"Freundlicher Austausch" USA und Russland besprechen Luftangriffe in Syrien

Russlands Militär verstärkt seine Präsenz über dem syrischen Luftraum - eine Gefahr bei Einsätzen der Alliierten? Jetzt gab es darüber Gespräche, um, wie es hieß, einen "Unfall am Himmel" zu vermeiden.
Explosion in Syrien nach russischem Angriff: "Freundlicher und professioneller Austausch"

Explosion in Syrien nach russischem Angriff: "Freundlicher und professioneller Austausch"

Foto: AP/Russian Defense Ministry Press Service

Die USA und Russland haben sich zur Vermeidung von Missverständnissen ihrer Streitkräfte in Syrien auf militärischer Ebene abgesprochen. Es habe einen "freundlichen und professionellen Austausch" gegeben, sagte Pentagon-Sprecher Peter Cook. Nach Angaben des Weißen Hauses drehte sich das einstündige Gespräch darum, dass in dem Bürgerkrieg internationale Regeln eingehalten und die üblichen Kommunikationskanäle genutzt würden.

Der Austausch von Geheimdienstinformationen sei aber nicht geplant, sagte Cook. Ziel sei, "eine Art von Unfall am Himmel" zu vermeiden. "Das bedeutet nicht, dass wir dulden, was Russland getan hat." Präsident Barack Obamas Sprecher Josh Earnest warnte zugleich vor "willkürlichen" Angriffen, die den Krieg verlängern und Moskau tiefer in den Konflikt hineinziehen könnten.

Russland hatte am Mittwoch mit Luftangriffen in Syrien begonnen. Der Westen wirft der Regierung in Moskau vor, dass auch moderate Kräfte und Zivilisten Opfer von russischen Bombenangriffen geworden seien.

Russland weist dies zurück und geht nach eigener Darstellung mit Kampfflugzeugen gegen Terroristen vor. Das Militär greife aber nicht nur die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) an, sondern auch andere Gruppen, räumte Kreml-Sprecher Dmitrij Peskow ein. Es gebe eine Liste mit Organisationen, die bekämpft werden sollen, sagte er der Agentur Interfax zufolge. Konkrete Namen nannte er nicht.

Präsident Wladimir Putin bezeichnete westliche Berichte über den Tod von Zivilisten bei den russischen Attacken als feindliche Propaganda. "Die ersten Informationen darüber waren schon aufgekommen, bevor unsere Kampfflieger in den Himmel gestiegen waren."

Deutschlands Außenminister Frank-Walter Steinmeier warnte Russland vor weiteren Alleingängen. Das Morden könne nur durch gemeinsames Vorgehen beendet werden, sagte er vor der Uno-Vollversammlung in New York. "Statt einsamer Entscheidungen Einzelner, zuletzt Russlands, nun auch direkt militärisch in Syrien einzugreifen, brauchen wir den politischen Einsatz für eine Transformation."

Die USA führen seit gut einem Jahr eine Allianz an, die Luftangriffe in Syrien fliegt. Auch Frankreich und Saudi-Arabien beteiligen sich daran. Russland begründet seine Angriffe auch damit, dass Syrien um Hilfe gebeten habe.

aar/dpa
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