Nuklearmaterial USA und Russland holen atomwaffenfähiges Uran aus Vietnam

Washington und Moskau wollen die unkontrollierte Verbreitung hochangereicherten Urans stoppen. Deshalb haben beide Staaten atomwaffenfähiges Material aus Vietnam gesichert. Der Stoff soll nun als Brennstoff für Kernreaktoren aufbereitet werden.

Vietnams Außenminsiter Minh, US-Außenminister Kerry: Washington hilft bei der Uran-Entsorgung
REUTERS

Vietnams Außenminsiter Minh, US-Außenminister Kerry: Washington hilft bei der Uran-Entsorgung


Hamburg - Russland und die USA haben Vietnam geholfen, das gesamte dort gelagerte hochangereicherte Uran ("highly enriched uranium", HEU) zu entsorgen. Damit sei nun kaum noch solches Uran in Südostasien vorhanden, sagte US-Energieminister Ernest Moniz am Dienstag.

Vietnam ist das weltweit elfte Land, das in den vergangenen vier Jahren sein gesamtes atomwaffenfähiges Material abgegeben hat. Das Uran - insgesamt knapp 16 Kilogramm - werde nun in Russland als Brennstoff für Atomreaktoren aufbereitet. Von dort sei es ursprünglich auch nach Vietnam geliefert worden.

Auch die Internationale Atomenergiebehörde der Vereinten Nationen(IAEA) und Kanada hätten bei dem Transfer geholfen.

Forschungsreaktoren sollen ohne HEU auskommen

Hochangereichertes Uran wird in Forschungsreaktoren verwendet, kann aber bei weiterer Verarbeitung auch für Atombomben eingesetzt werden. Die USA arbeiteten mit anderen Ländern zusammen, um den zivilen Einsatz des Materials einzuschränken, sagte Moniz. Damit soll auch die Gefahr gebannt werden, dass das Uran in die Hände von Extremisten fällt.

Forschungsreaktoren sollen künftig nur noch mit niedrig angereichertem Uran bestückt werden. Dafür bekommen die Betreiber technische oder finanzielle Unterstützung, damit der Anreiz zur Umstellung größer wird.

Erst im April hatte das Weiße Haus bekanntgegeben, gemeinsam mit anderen Ländern etwa 68 Kilogramm hochangereichertes Uran aus der Tschechischen Republik entsorgt zu haben. Seit US-Präsident Barack Obama 2009 in seiner Prager Rede die Vision einer atomwaffenfreien Welt wiederbelebt hat, erfolgte der Abzug aller waffenfähigen Nuklearmaterialen aus Rumänien, Taiwan, Libyen, der Türkei, Chile, Serbien, Mexiko, Schweden, der Ukraine, Österreich, Tschechien und jetzt Vietnam.

Weltweit gibt es einer Expertenvereinigung zufolge 1440 Tonnen hochangereichertes Uran sowie 500 Tonnen Plutonium. Der größte Teil davon ist militärisch gesichert.

syd/AP/Reuters



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Seite 1
schüler.aus.bremen 02.07.2013
1. Panzerbrechende Munition
Laut Vice TV kann man in Pakistan sowohl normale Gewehre kaufen in einer Stadt die dafür bekannt ist, als auch mit Uran gefüllter panzerbrechende Munition kaufen. Und wer sich erinnert, die Amis haben's damals im Irak eingesetzt und es ist ja eigentlich bekannt, was da rausgekommen ist.
Kalle79 02.07.2013
2. Bremer Bildung...
In dem Artikel geht es um WAFFENFÄHIGES Uran, also Uran mit einem Uran-235 Anteil von mindestens 80% das zum Bau vom nuklearen Gefechtsköpfen verwendet werden kann, da es ab einer kritischen Masse zur Kettenreaktion kommt. Dies in einen Zusammenhang mit Munition aus ABGEREICHERTEN Uran, also Uran mit einem Uran-235 Anteil von deutlich unter 0,7 Prozent in Verbindung zu bringen, wobei eine Kettenreaktion ausgeschlossen ist, ist wohl durch das Bremer Schulsystem verursacht. Vergleichen Sie doch mal Blumenkohl mit einem Braunkohlekraftwerk, da taucht auch in beiden Wörtern "Kohl" auf...
Hermes75 02.07.2013
3.
Zitat von schüler.aus.bremenLaut Vice TV kann man in Pakistan sowohl normale Gewehre kaufen in einer Stadt die dafür bekannt ist, als auch mit Uran gefüllter panzerbrechende Munition kaufen. Und wer sich erinnert, die Amis haben's damals im Irak eingesetzt und es ist ja eigentlich bekannt, was da rausgekommen ist.
Was hat das jetzt mit dem Artikel zu tun? Es kommt auch das Wort Uran drin vor? Hochangereichertes Uran (HEU) ist etwas ganz anderes als abgereichteres Uran (DU). Abgereichertes Uran ist ein Nebenprodukt der Urananreicherung und wird für panzerbrechende Munition verwendet weil es eine sehr hohe Dichte hat. Die Munition ist auch nicht mit Uran gefüllt - das Geschoss besteht aus Uran. Abgereichertes Uran ist nur sehr schwach radioaktiv, aber es ist trotzdem ein toxisches Schwermetall. Ob das sogenannte "Golfkriegssyndrom" eine Folge des Einsatzes von DU-Munition ist weiß man nicht genau. Der Einsatz von ungetesten Impfpräparten erscheint mir die wahrscheinlichere Erklärung zu sein. Übrigens ist Uran -in geringen Mengen- überall in der Umwelt zu findet, da es ein natürlicher Bestandteil des Erdmantels ist. Dass die USA und Russland zusammenarbeiten um die Bestände an HEU zu sichern finde ich gut.
wachsamer_bürger 03.07.2013
4. Panzerbrechende Uranmunition
Zitat von Hermes75Was hat das jetzt mit dem Artikel zu tun? Es kommt auch das Wort Uran drin vor? Hochangereichertes Uran (HEU) ist etwas ganz anderes als abgereichteres Uran (DU). Abgereichertes Uran ist ein Nebenprodukt der Urananreicherung und wird für panzerbrechende Munition verwendet weil es eine sehr hohe Dichte hat. Die Munition ist auch nicht mit Uran gefüllt - das Geschoss besteht aus Uran. Abgereichertes Uran ist nur sehr schwach radioaktiv, aber es ist trotzdem ein toxisches Schwermetall. Ob das sogenannte "Golfkriegssyndrom" eine Folge des Einsatzes von DU-Munition ist weiß man nicht genau. Der Einsatz von ungetesten Impfpräparten erscheint mir die wahrscheinlichere Erklärung zu sein. Übrigens ist Uran -in geringen Mengen- überall in der Umwelt zu findet, da es ein natürlicher Bestandteil des Erdmantels ist. Dass die USA und Russland zusammenarbeiten um die Bestände an HEU zu sichern finde ich gut.
Es ist klar dass hochangereichertes Uran zum Bau von A-Bomben verwendet wird und deswegen nicht in Falsche Hände geraten darf. Das abgereicherte Uran bei Panzerbrechender Munition kann zwar keine Nukleare Kettenreaktion starten aber es ist nur so lange ungefährlich wie es nicht verschossen wurde! Beim Auftreffen und durchdringen von Panzerungen zerstiebt das Material was als Umhüllung des Projektils dient zum Teil in Nanopartikel. Diese Nanopartikel des abgereicherten Urans können problemlos vom Wind verbreitet werden. Menschen die diese Partikel einatmen oder verschlucken werden von innen tödlich verstrahlt, weil diese Partikel in ein Null Entfernung vom Zellkern gelangen. Das Immunsystem versagt im Laufe der Zeit. Es gibt Massenhaft Nachkriegsopfer im Irak die auf dieses Material zurück zu führen sind! Davon ein großer Anteil Kinder! Und die Winde der Wüste tragen diese Partikel um die ganze Welt! Deswegen muss diese Uranmunition geächtet werden.
güntilein 03.07.2013
5. Schon 11 Nucklearfreie Länder?
Das sind dann 11 neue potentielle Angriffsziele. Immerhin ist es möglich, dass sich eines dieser Länder zur "Bedrohung Amerikas" entwickelt. Forschung kann schon mal falsch verstanden werden. Eigene Wirtschaftsinteressen erst recht.
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