USA US-Patrioten fordern Rausschmiss der Uno

Eine Organisation erzkonservativer Mitglieder der Republikanischen Partei ruft dazu auf, die Uno aus dem Land zu werfen. Die Begründung: Die Vereinten Nationen seien zu einem Werkzeug des Terrors geworden.

Ein muslimisches Mädchen hält die amerikanische Flagge. Ein US-Soldat trägt ein irakisches Kind auf dem Arm. Dann ein Blitz: Die Vereinten Nationen. Arafat. Bewaffnete Widerständler. Eine brennende US-Flagge.

Mit einfachen Bildern macht die konservative Organisation "Move America Forward" in ihrem neuen Fernseh-Spot Stimmung gegen die Vereinten Nationen. Das Ziel: Möglichst viele US-Bürger sollen eine Petition an Präsident Bush schicken, damit der die Uno aus dem Land jagt.

Die Uno: ein "sicherer Hafen für terroristische Organisationen"

Die Anklage auf den zwei DIN-A4-Seiten hat es in sich: Durch den Korruptionsskandal beim ehemaligen Irak-Hilfsprogramm "Öl für Lebensmittel" und ihr Nein zum Irak-Krieg sei die Uno inzwischen "ein sicherer Hafen für terroristische Organisationen und ihre Handlanger" geworden.

Wörtlich heißt es: "Geld aus dem "Öl für Lebensmittel"-Programm ist nicht nur an die Familien palästinensischer Terroristen geflossen sowie an Journalisten und Beamte in Ländern, die gegen den Irak-Krieg gewesen sind. Es scheint auch, dass es dazu diente, die Waffen zu kaufen, die so genannte Aufständischen im Irak jetzt benutzen, um Koalitionstruppen, irakische Sicherheitskräfte und unschuldige irakische Zivilisten zu töten."

Als Grundlage der Vorwürfe dienen "Move America Forward" vor allem zwei Quellen:

Im Oktober hat der Uno-Waffeninspekteur Charles Duelfer im Auftrag der US-Regierung einen Bericht vorgestellt, nach dem sich französische und russische Politiker ihr Nein zum Irak-Krieg mit Schmiergeldern hatten bezahlen lassen.

Außerdem ergab der Zwischenbericht eines Untersuchungsausschusses des US-Senats, dass Saddam Hussein Geld aus dem "Öl für Lebensmittel"-Programm hatte veruntreuen können. Der Vorwurf des republikanischen Ausschussvorsitzenden Norm Coleman: Die Uno hat absichtlich ein Auge zugedrückt, so dass der irakische Diktator durch Erdölschmuggel und Scheinfirmen im Ausland 21 Milliarden Dollar nebenbei verdienen konnte. Geld, das nicht in die Mägen der Iraker, sondern in die Kriegskasse ging.

Daher fordert "Move for America": Uno, go home! Das Hauptquartier der Vereinten Nationen soll von New York ins Ausland ziehen. Zwar blieben die Vereinten Staaten dann weiterhin Mitglied der Organisation. Doch ihr finanzieller Beitrag solle künftig "angemessener" ausfallen, also bedeutend geringer als die bisherigen 22 Prozent.

Gemischte Erfolgsbilanz

Dass "Move for America" sich mit der Forderung durchsetzen kann, ist unwahrscheinlich. Bisher hat die Organisation um den ehemaligen kalifornischen Vizepräsidenten Howard Kaloogian eine eher gemischte Erfolgsbilanz.

Zwar gelang es Kaloogian, Hunderttausende Kalifornier für die Absetzung des ehemaligen Gouverneurs Gray Davis zu mobilisieren, um damit den Weg für Amtsinhaber Arnold Schwarzenegger frei zu machen.

Eine andere Kampagne vor einem Vierteljahr war aber ein klarer Misserfolg. Amerikanische Kinos und Kinogänger sollten Michael Moores Film "Fahrenheit 9/11" boykottieren. Das Ergebnis ist bekannt: Mit fast 24 Millionen Dollar Einnahmen in den ersten drei Tagen ist Michael Moores Abrechnung mit der Bush-Regierung der bisher erfolgreichste US-Dokumentarfilm geworden.

Dirk Lullies

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