USA verweigern Einreise Vater von IS-Heimkehrerin zieht für Rückkehr seiner Tochter vor Gericht

US-Präsident Trump lehnt es ab, eine frühere Dschihadistin ins Land zu lassen. Dagegen hat der Vater, ein Ex-Diplomat aus dem Jemen, in Washington Klage eingereicht.
Hassan Shibly, Rechtsanwalt der Familie Muthana

Hassan Shibly, Rechtsanwalt der Familie Muthana

Foto: Chris O'meara/ dpa

Im Streit um die von den US-Behörden abgelehnte Rückkehr der jungen Dschihadistin Hoda Muthana in die USA ist der Vater der 24-Jährigen vor Gericht gezogen. In einem Eilantrag vor dem Bezirksgericht in Washington forderte Ahmed Ali Muthana am Donnerstag (Ortszeit), dass die US-Staatsbürgerschaft seiner in den USA geborenen Tochter anerkannt wird und sie mit ihrem kleinen Sohn in die USA zurückkehren darf. Seine Tochter sei bereit, sich der US-Justiz zu stellen.

US-Präsident Donald Trump hatte am Mittwoch öffentlich verkündet, dass die in Syrien inhaftierte Muthana nicht in die USA zurückkehren dürfe. US-Außenminister Mike Pompeo erklärte, bei der 24-Jährigen handle es sich "nicht um eine US-Bürgerin, und sie wird nicht in die Vereinigten Staaten hineingelassen". Muthana hatte sich in Syrien der Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) angeschlossen.

Hoda Muthana

Hoda Muthana

Foto: Attorney Hassan Shibly/AP/dpa

Der Fall ist rechtlich kompliziert: In den Vereinigten Staaten geborene Menschen erhalten im Normalfall die US-Staatsbürgerschaft. Dies gilt aber nicht für die Kinder ausländischer Diplomaten.

Ahmed Ali Muthana war ein Diplomat für den Jemen bei den Vereinten Nationen in New York. Laut seinem Eilantrag vor Gericht forderte ihn der Jemen aber im Juni 1994 auf, seinen Diplomatenpass zurückzugeben. Seine Tochter wurde dann am 28. Oktober desselben Jahres in New Jersey geboren. Das US-Außenministerium ging aber zwischenzeitlich davon aus, dass Muthana bis Februar 1995 Diplomat war - also noch nach der Geburt seiner Tochter.

Der Fall der jungen Dschihadistin sorgte international für Schlagzeilen - auch weil Trump europäische Staaten aufgefordert hat, Staatsangehörige zurückzuholen, die in Syrien als IS-Kämpfer gefasst wurden.

Muthana gehört zu rund 1500 ausländischen Frauen und Kindern, die von Kurden im Flüchtlingslager Al-Hul festgehalten werden. Muthana hatte in einem Interview mit dem "Guardian"  jüngst ihre Hoffnung geäußert, in die USA zurückkehren zu können. Sie sei online radikalisiert worden und bereue nun ihre Entscheidung, sich dem IS angeschlossen zu haben, sagte die Mutter eines 18 Monate alten Sohnes.

Muthana war nach eigenen Angaben 2014 über die Türkei nach Syrien in die damalige IS-Hochburg Rakka gereist, wo sie einen australischen Dschihadisten heiratete. Als dieser getötet wurde, habe sie einen Tunesier geheiratet, der bei der Schlacht um Mossul im Nordirak gefallen sei. 2018 ging sie demnach eine Ehe mit einem syrischen IS-Kämpfer ein. In sozialen Medien verbreitete Muthana IS-Propaganda und wiegelte Anhänger gegen die USA auf. Sie zählte zu den prominentesten IS-Agitatoren. Sie gibt jetzt an, dass andere ihren Twitteraccount geführt hätten.

Im Video: Deutsche IS-Frauen in Gefangenschaft - "Wir wollen unsere Tochter zurückholen"

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mkl/AP/AFP