Kalifornien Zehn Verletzte nach Messerangriff bei Neonazi-Aufmarsch

Sie gingen erst mit Fäusten und Stöcken aufeinander los, dann wurden Messer gezogen. Bei einem Aufmarsch von Rechtsextremen kam es im kalifornischen Sacramento zu Ausschreitungen. Mindestens zehn Menschen erlitten Verletzungen.

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Etwa 30 Anhänger rechtsextremer Gruppen, darunter auch Mitglieder des Ku-Klux-Klans, versammelten sich am Sonntag vor dem State Capitol in Kaliforniens Hauptstadt Sacramento. Rund 400 Menschen protestierten gegen die Kundgebung, riefen unter anderem "Nazi-Abschaum" oder "Keine Rassisten auf unseren Straßen". Die Kundgebung verlief zunächst friedlich.

Doch dann eskalierte plötzlich die Gewalt, wie mehrere Medien übereinstimmend berichten. Es kam zu Zusammenstößen zwischen den Rechtsextremen und Gegendemonstranten. Fernsehbilder zeigen Menschen mit Steinen und Knüppeln, die andere jagen und schlagen. Einige haben ihre Gesichter vermummt. Darunter sollen auch Mitglieder des linken Schwarzen Blocks sein, wie Augenzeugen berichteten.

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Kalifornien: Messerattacken bei Neonazi-Aufmarsch

Bei den gewalttätigen Auseinandersetzungen wurden laut den Behörden mindestens zehn Menschen verletzt. Mehrere hätten Stichwunden erlitten, wie US-Medien unter Berufung auf Polizeiangaben meldeten. Bei zwei Verletzten wurden der Feuerwehr zufolge die Stichwunden als lebensgefährlich eingestuft. Unter den Opfern sind neun Männer und eine Frau zwischen, das jüngste ist 19, das älteste 58 Jahre.

Laut "Los Angeles Times" hatte die einwanderungsfeindliche und rassistische Gruppierung Traditionalist Worker Party die Demonstration angemeldet. Sie gehört nach Angaben ihres Anführers, Matthew Heimbach, der Organisation "Weiße Nationalisten" an. Heimbach sagte CNN, die Gegendemonstranten hätten Messer, Flaschen, Pflastersteine und Betonbrocken von einer nahe gelegenen Baustelle als Waffen eingesetzt. Seine "Männer" hätten sich zur Wehr gesetzt, um die Angreifer zurückzuschlagen.

Die Polizei sperrte das Gebiet um das California State Capitol stundenlang ab. Festnahmen gab es jedoch nicht.

heb/dpa/AFP



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