Nach Chinas Kompromissvorschlag USA verteidigen Militärmanöver mit Südkorea

Keine Entspannung in Sicht: Die USA wollen an ihrem gemeinsamen Manöver mit Südkorea festhalten. Zudem kritisierte die amerikanische Uno-Botschafterin Nordkorea deutlich.

US-Soldaten bei Übung in Südkorea
AFP

US-Soldaten bei Übung in Südkorea


Die USA lehnen den von China vorgeschlagenen Kompromiss zur Entspannung der Lage auf der koreanischen Halbinsel offenbar ab. Außenamtssprecher Mark Toner sagte, das gemeinsame Manöver mit Südkorea sei transparent und diene ausschließlich Verteidigungszwecken. Die US-Regierung sei zwar offen für einen Dialog, es sei aber an Nordkorea, Handlungsbereitschaft zu zeigen und die Provokationen zu unterlassen.

Zuvor hatte der chinesische Außenministers Wang Yi die USA und Südkorea aufgefordert, die gemeinsame mehrwöchige Übung einzustellen. Gleichzeitig hatte er an Nordkorea appelliert, seine Atom- und Raketentests auszusetzen. Dieser Kompromiss werde laut Wang helfen, "aus dem Sicherheitsdilemma herauszukommen" und wieder Gespräche über eine Beseitigung der Atomwaffen auf der koreanischen Halbinsel und Friedensmechanismen aufnehmen zu können.

Nordkorea wirft den USA und Südkorea regelmäßig vor, mit ihren alljährlichen Übungen einen Angriff vorzubereiten, was beide aber bestreiten. Als Reaktion auf das diesjährige Manöver ließ der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un Raketen in Richtung Japan feuern. Die staatliche Nachrichtenagentur behauptete danach, der Raketentest sei eine Übung für Angriffe auf US-Stützpunkte in Japan gewesen.

In New York befasste sich am Mittwoch auch der Uno-Sicherheitsrat in einer von Japan und den USA einberufenen Sitzung mit Nordkoreas Raketentests. Nach Worten von Matthew Rycroft, Großbritanniens Uno-Botschafter und derzeitiger Vorsitzender des höchsten Uno-Gremiums, verurteilte der Rat die Tests scharf. Sie würden zu Spannungen in der Region beitragen und die Gefahr eines Rüstungswettlaufs vergrößern. Raketenversuche unter Verwendung ballistischer Raketentechnik sind Nordkorea durch Resolutionen der Vereinten Nationen untersagt.

Die Uno-Botschafterin der USA, Nikki Haley, übte deutliche Kritik am nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un. "Dies ist jemand, der um Aufmerksamkeit ringt. Dies ist jemand, der eine Reaktion hervorrufen will", sagte Haley mit Blick auf die Atom- und Raketentests und erwähnte auch den Giftmord an Kims Halbbruder Kim Jong Nam in Malaysia. "Die Weltgemeinschaft muss verstehen, dass jedes Land durch die Handlungen Nordkoreas in Gefahr ist." Die seit 40 Jahren stattfindenden Militärmanöver der USA bezeichnete sie als "sehr transparent und sehr offen".

max/dpa

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schmuella 09.03.2017
1. Die Welt am Abgund
Auf die Spezies Mensch ist Verlass: Sie schaffen es immer wieder, sich gegenseitig soweit zu provozieren und zu piesacken, bis es zum Knall kommt. Am Ende ist nahezu alles zerstört und umgebracht. Eine Frage der Zeit, bis die Evolution den Menschen aussortiert.
kosu 09.03.2017
2. Wer lügt?
Was suchen die USA tausende Kilometer von zuhause? Wozu diese riesigen jährlich Kriegsspiele? Reagan Methode den Gegner totrüsten! Nur Nordkorea tickt nach Gaddafi und Sadam schon richtig wenn der US Angriff kommt wollen Sie wenigsten als Vergeltung die Westküste auch in eine Wüste verwandeln wie die USA auch überall tun. So sorgen Sie für ein Gleichgewicht wie es einen Krieg zwischen Ost und West verhindert hat. Das man dem Westen nicht trauen kann und Verträge wie Absprachen und mündliche Zusagen nichts wert sind hat die Geschichte mehr als gezeigt. Beim letzten Mal war das Verhältnis 3 Millionen zu ca. 55000 tausend auch das vergisst man in Nordkorea nicht. Nicht zuvergessen in Südkorea die Säuberungswelle von allen Regimgegner und die von den USA nicht abgehaltenden Wahl, besser einen gehörigen Diktator einsetzen. Wählen könnten ein anderes Ergebnis hervorrufen. Siehe letzte US Wahl da genannt auch der falsche wird uns täglich mitgeteilt und der Schock sitzt tief bei den Manipulatoren in Presse und Systemparteien. Sind die USA nach der angeblichen Wiedervereinung aus BRDeutschland abgezogen nein, die Bösen Russen ja. Selbst also wenn Korea auch diesen Weg gehen würde, würden Sie bis auf einen cm an China vorrücken. Vorbild siehe Europa - 5 Milliarden Putsch in der Ukranie wo es darum geht weiter Richtung Moskau.
ihawk 09.03.2017
3. Völkerrechtlich gesehen ...
... befindet sich Nord- und Süd-Korea seit Jahrzehnten im Status eines Waffenstillstands.
pauschaltourist 09.03.2017
4.
@Kosu Kein schwein interessiert sich für "Moskau". Warum auch. Dort gibt es nichts interessantes. Stagniert der Ölpreis weiterhin ist das sich notorisch selbst überhöhende Moskau sowieso in spätestens 10 Jahren bankrott.
kleinsteminderheit 09.03.2017
5. Ruhig und konsequent
Nordkorea ist ein echter Pflegefall der Weltgemeinschaft. Nicht in der Lage, seine Bevölkerung zu ernähren, gefangen in einem untauglichen Gesellschaftskonzept, beherrscht von einer skrupellosen Dynastie und mittlerweile leider auch eine überregionale Bedrohung. Die Gefahr eines Regionalkonflikts ist groß. Zudem wäre das Land aber mittlerweile auch die erste Adresse zum Einkauf von Nuklearmaterial . Wenn das Regime mit dem Rücken zur Wand steht, verkauft es womöglich irgendwann auch meistbietend ganze Bomben. Rückzug hilft hier nicht. Man kann nur verhandeln und dabei klare Grenzen ziehen. Ohne Abschreckung wird das kaum gehen.
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