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20. Mai 2013, 21:51 Uhr

Kämpfe in Kusair

USA verurteilen Hisbollah-Einsatz in Syrien

Bei erbitterten Gefechten um die syrische Rebellenhochburg Kusair gab es Dutzende Tote. Auch etliche Kämpfer der Hisbollah, die Assads Truppen verstärkt, starben. Die US-Regierung hat den Einsatz der libanesischen Miliz in Syrien jetzt scharf kritisiert.

Kusair - Seit Sonntag läuft die großangelegte Offensive der syrischen Armee auf die Rebellenhochburg Kusair. Bei den Kämpfen um die strategisch wichtige Stadt sollen mittlerweile mehr als 80 Menschen getötet worden sein - darunter auch 23 Kämpfer der libanesischen Hisbollah-Miliz, die die Truppen von Präsident Baschar al-Assad unterstützt. 70 Miliz-Mitglieder sollen zudem verletzt worden sein. Das teilte die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit, die der Opposition nahesteht.

Ein Hisbollah-naher Informant sprach gegenüber der Nachrichtenagentur AFP von mindestens 20 getöteten Miliz-Mitgliedern und rund 30 Verletzten. Sollten sich die Angaben bestätigen, wäre es ein heftiger Schlag für die Hisbollah. Seit Wochen unterstützt sie die syrische Armee und regierungstreue Kämpfer bei dem Versuch, die strategisch wichtige Stadt Kusair zwischen Damaskus und der Mittelmeerküste unter Kontrolle zu bringen. Das Einmischen der Miliz wird im Libanon stark kritisiert.

Deutliche Worte richtete auch das US-Außenministerium an die Hisbollah. Sie trage zu einer Eskalation der Gewalt bei und sorge für Instabilität auch im Libanon, sagte ein Sprecher. Es handele sich um "direkte Intervention", die Hisbollah spiele eine "entscheidende Rolle in der Offensive des Regimes". US-Präsident Barack Obama drückte nach Angaben des Weißen Hauses in einem Telefonat mit dem libanesischen Staatschef Michel Suleiman am Montag seine Besorgnis über die Einmischung der Schiiten-Miliz in den syrischen Bürgerkrieg aus.

Syrische Oppositionsgruppe warnt vor möglichem Massaker

Auf Seiten der Rebellen kamen bei den Kämpfen in Kusair mindestens 56 Menschen ums Leben, sechs davon am Sonntag. Auch vier Zivilisten seien getötet worden. Alle Angaben konnten nicht von neutraler Stelle überprüft werden.

Unterdessen nannte die Beobachtungsstelle neue Details zum Beginn der Offensive auf die Stadt. Demnach begann die syrische Luftwaffe am Sonntagmorgen mit Angriffen, zudem habe es Artilleriebeschuss gegeben. Die Armee nahm nach eigenen Angaben das Stadtzentrum ein, die Rebellen bestritten dies. Kusair liegt nur rund zehn Kilometer von der syrisch-libanesischen Grenze entfernt, die Stadt war seit mehr als einem Jahr in Rebellenhand.

Die wichtigste syrische Oppositionsgruppe Nationale Koalition warnte vor klaren Anzeichen, die auf ein baldiges "Massaker" an Zivilisten hindeuteten. Sie verurteilte die "barbarischen und zerstörerischen Luftangriffe". Die Arabische Liga berief für Donnerstag eine Dringlichkeitssitzung ein.

max/AFP/AP/dpa

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