Kämpfe in Kusair USA verurteilen Hisbollah-Einsatz in Syrien

Bei erbitterten Gefechten um die syrische Rebellenhochburg Kusair gab es Dutzende Tote. Auch etliche Kämpfer der Hisbollah, die Assads Truppen verstärkt, starben. Die US-Regierung hat den Einsatz der libanesischen Miliz in Syrien jetzt scharf kritisiert.

Sarg eines getöteten Hisbollah-Kämpfers: Mindestens 20 Tote Miliz-Mitglieder
AP/dpa

Sarg eines getöteten Hisbollah-Kämpfers: Mindestens 20 Tote Miliz-Mitglieder


Kusair - Seit Sonntag läuft die großangelegte Offensive der syrischen Armee auf die Rebellenhochburg Kusair. Bei den Kämpfen um die strategisch wichtige Stadt sollen mittlerweile mehr als 80 Menschen getötet worden sein - darunter auch 23 Kämpfer der libanesischen Hisbollah-Miliz, die die Truppen von Präsident Baschar al-Assad unterstützt. 70 Miliz-Mitglieder sollen zudem verletzt worden sein. Das teilte die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit, die der Opposition nahesteht.

Ein Hisbollah-naher Informant sprach gegenüber der Nachrichtenagentur AFP von mindestens 20 getöteten Miliz-Mitgliedern und rund 30 Verletzten. Sollten sich die Angaben bestätigen, wäre es ein heftiger Schlag für die Hisbollah. Seit Wochen unterstützt sie die syrische Armee und regierungstreue Kämpfer bei dem Versuch, die strategisch wichtige Stadt Kusair zwischen Damaskus und der Mittelmeerküste unter Kontrolle zu bringen. Das Einmischen der Miliz wird im Libanon stark kritisiert.

Deutliche Worte richtete auch das US-Außenministerium an die Hisbollah. Sie trage zu einer Eskalation der Gewalt bei und sorge für Instabilität auch im Libanon, sagte ein Sprecher. Es handele sich um "direkte Intervention", die Hisbollah spiele eine "entscheidende Rolle in der Offensive des Regimes". US-Präsident Barack Obama drückte nach Angaben des Weißen Hauses in einem Telefonat mit dem libanesischen Staatschef Michel Suleiman am Montag seine Besorgnis über die Einmischung der Schiiten-Miliz in den syrischen Bürgerkrieg aus.

Syrische Oppositionsgruppe warnt vor möglichem Massaker

Auf Seiten der Rebellen kamen bei den Kämpfen in Kusair mindestens 56 Menschen ums Leben, sechs davon am Sonntag. Auch vier Zivilisten seien getötet worden. Alle Angaben konnten nicht von neutraler Stelle überprüft werden.

Unterdessen nannte die Beobachtungsstelle neue Details zum Beginn der Offensive auf die Stadt. Demnach begann die syrische Luftwaffe am Sonntagmorgen mit Angriffen, zudem habe es Artilleriebeschuss gegeben. Die Armee nahm nach eigenen Angaben das Stadtzentrum ein, die Rebellen bestritten dies. Kusair liegt nur rund zehn Kilometer von der syrisch-libanesischen Grenze entfernt, die Stadt war seit mehr als einem Jahr in Rebellenhand.

Die wichtigste syrische Oppositionsgruppe Nationale Koalition warnte vor klaren Anzeichen, die auf ein baldiges "Massaker" an Zivilisten hindeuteten. Sie verurteilte die "barbarischen und zerstörerischen Luftangriffe". Die Arabische Liga berief für Donnerstag eine Dringlichkeitssitzung ein.

max/AFP/AP/dpa

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lkm67 20.05.2013
1.
Zitat von sysopAP/dpaBei erbitterten Gefechten um die syrische Rebellenhochburg Kusair gab es Dutzende Tote. Auch etliche Kämpfer der Hisbollah, die Assads Truppen verstärkt, starben. Die US-Regierung hat den Einsatz der libanesischen Miliz in Syrien jetzt scharf kritisiert. USA verurteilen Hisbollah-Einsatz in Syrien - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/syrien-hisbollah-erleidet-verluste-bei-sturm-auf-rebellenhochburg-a-900848.html)
Ich finde jeden Einzelnen der eine Waffe in die Hand nimmt falsch und jeden der diese Waffen verkauft genauso falsch und auch die, die deren Benutzung predigen. Nur halte ich diese Bigotterie wieder für so ekelhaft. Warum sind denn all die Terroristen die aus vielen Ländern kommend in Syrien kämpfen und die Länder die mit Waffenlieferungen den Konfikt anheizen nicht von den USA als "Einmischer" angeklagt?
SysLevel 20.05.2013
2.
Zitat von sysopAP/dpaBei erbitterten Gefechten um die syrische Rebellenhochburg Kusair gab es Dutzende Tote. Auch etliche Kämpfer der Hisbollah, die Assads Truppen verstärkt, starben. Die US-Regierung hat den Einsatz der libanesischen Miliz in Syrien jetzt scharf kritisiert. USA verurteilen Hisbollah-Einsatz in Syrien - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/syrien-hisbollah-erleidet-verluste-bei-sturm-auf-rebellenhochburg-a-900848.html)
Wow, jetzt kündigt die Opposition die Massaker sogar schon vorher an. Ist die Lage der sog. "Rebellen" so hoffnungslos?
samira18 20.05.2013
3. die logik hinter allem....
der direkte eingriff der hisbollah miliz in einem bestimmten stadtteil sorgt also für instabilität in syrien,die indirekte eingriff in syrien durch die rebellen,die auf befehl des westens das land zerstören also nicht!!!!!wenn man schon etwas verurteilt,dann bitte mit logik,aber die usa wird ihre verbrechen wohl kaum selber kritisieren,macht ja niemand:-\
conny1969 20.05.2013
4. Die Genzen verschwimmen
Ein Bürgerkrieg der eigentlich ein Religionskrieg ist, Rebellen die eigentlich Terroristen sind, Europa einig in Uneinigkeit und nur auf den eigenen Vorteil bedacht. Stellvertreterkrieg Saudis vs. Iran. Israel gegen alle. Russland gegen den Westen und die USA. Wer sind die Bösen? Wer die Guten? Was ist der Zweck? Wofür müssen die ganzen Zivilisten leiden? Für unser Verständnis von Demokratie, für unser Öl, für unsere Geschäfte?
dadasa 20.05.2013
5. Ausgleichende Gerechtigkeit
Wenn auf Seiten der Terroristen, die von vielen euphemistisch "Rebellen" genannt werden, Kämpfer aus aller Herren Länder kämpfen dürfen, darf auch die (von mir gehasste) Hisbollah auf Seiten Assad's kämpfen!
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