Kurs auf Kalamata USA warnen Griechenland vor Hilfe für iranischen Öltanker

Die "Adrian Darya 1" hat Gibraltar verlassen - und steuert nun offenbar den griechischen Hafen Kalamata an. Das US-Außenministerium schickte eine deutliche Mahnung an die Regierung in Athen.
"Adrian Darya 1" (vormals "Grace 1"/Archivbild): Nächster Konflikt im Mittelmeer droht

"Adrian Darya 1" (vormals "Grace 1"/Archivbild): Nächster Konflikt im Mittelmeer droht

Foto: A CARRASCO RAGEL/EPA-EFE/REX

Das Drama in Gibraltar ist nach 45 Tagen beendet. Bahnt sich nun der nächste Streit um den iranischen Öltanker "Adrian Darya 1", vormals "Grace 1", an? US-Außenminister Mike Pompeo hat die Freigabe des iranischen Schiffs, das vor Gibraltar festgesetzt war, jedenfalls deutlich kritisiert.

Der Schritt sei "unglücklich" gewesen, sagte Pompeo am Montag dem Sender Fox News. Sollte Iran aus der Ladung Profit schlagen, hätten die Revolutionsgarden "mehr Geld, mehr Vermögen und mehr Ressourcen, um ihre Terroraktionen fortzusetzen".

Der freigegebene Öltanker setzte derweil seine Reise durch das Mittelmeer fort. Nach der Abfahrt vor Gibraltar steuerte er in Richtung der Hafenstadt Kalamata in Griechenland. Ein Vertreter des US-Außenministeriums teilte mit, dass man der Regierung in Athen eine "deutliche Position" vermittelt habe, den Tanker nicht zu unterstützen.

Die USA sehen Verbindungen zwischen dem Tanker und den iranischen Revolutionsgarden, die von der Regierung in Washington als Terrororganisation eingestuft werden.

Internationale Affäre um Öltransport

Die Regierung der britischen Exklave Gibraltar hatte die Festsetzung vergangene Woche aufgehoben. Ihrer Auskunft zufolge sicherte Iran zuvor zu, dass der Tanker das Öl nicht in Syrien entladen werde. Daraufhin kam es zu einem Gesuch der USA, das Schiff und seine Ladung zu beschlagnahmen. Gibraltar lehnte dies jedoch ab mit der Begründung, an EU-Recht gebunden zu sein.

Der Tanker ist inzwischen von "Grace 1" in "Adrian Darya 1" umbenannt worden und fährt nun unter iranischer Flagge. Er war am 4. Juli vor der Küste Gibraltars von der britischen Marine gestoppt worden. Grund war der Verdacht, dass er unter Verstoß gegen EU-Sanktionen Öl nach Syrien schmuggeln sollte. Iran bestreitet den Vorwurf.

jok/Reuters
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