Retourkutsche USA weisen venezolanische Diplomaten aus

"Sie haben 48 Stunden Zeit, das Land zu verlassen" - Die USA weisen drei venezolanische Diplomaten aus. Das ist Washingtons Retourkutsche für den Rauswurf von US-Diplomaten aus Caracas. Venezuelas Präsident Maduro macht die Vereinigten Staaten für die Unruhen in seinem Land verantwortlich.

Anti-Maduro-Demonstrantin in Venezuela: Caracas beschuldigt Washington, die Proteste anzuheizen
AFP

Anti-Maduro-Demonstrantin in Venezuela: Caracas beschuldigt Washington, die Proteste anzuheizen


Caracas - Die Beziehungen zwischen den USA und Venezuela sind seit Jahren schlecht - nun haben sie einen neuen Tiefpunkt erreicht. Washington hat drei hochrangige venezolanische Diplomaten zu "personae non gratae" erklärt - sie müssen die Vereinigten Staaten innerhalb von 48 Stunden verlassen.

Das US-Außenministerium reagiert damit auf einen Beschluss von Nicolás Maduro aus der vergangenen Woche. Venezuelas Präsident hatte am 17. Februar drei US-Diplomaten des Landes verwiesen. Angeblich sollen sie die Opposition in Caracas bei dem Vorhaben unterstützt haben, die Regierung zu stürzen. Washington wies die Anschuldigungen als haltlos zurück.

Bei den seit drei Wochen andauernden Auseinandersetzungen zwischen Sicherheitskräften und Oppositionellen in Venezuela sind bislang mindestens 14 Menschen getötet worden. Etwa 150 weitere Venezolaner wurden verletzt, mehr als 500 sitzen in Haft.

Seit 2010 haben beide Staaten keine Botschafter im anderen Land

Der Unmut richtet sich vor allem gegen die hohe Inflation, die verbreitete Korruption, die häufigen Versorgungsengpässe und die grassierende Kriminalität. Maduro sieht in den Protesten dagegen einen von den USA unterstützten Versuch, seine Regierung zu stürzen. Er drohte auch damit, das spanischsprachige Programm von CNN abzuschalten - der Sender verbreite "faschistische Hetze". Maduro war im vergangenen Jahr zum Nachfolger des verstorbenen Staatschefs Hugo Chávez gewählt worden. Inzwischen hat er sich weitreichende Vollmachten gesichert.

Die Beziehungen zwischen Venezuela und den USA sind seit langem angespannt, beide Staaten haben seit dem Jahr 2010 keine Botschafter mehr im jeweils anderen Land. Das Außenministerium in Washington erklärte am Dienstag, Caracas müsse "ernsthaft" unter Beweis stellen, dass es an einer Verbesserung des Verhältnisses interessiert sei. Dann seien die USA auch zu einem neuen Austausch von Botschaftern bereit.

syd/AFP/AP/Reuters

insgesamt 7 Beiträge
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hausenw 25.02.2014
1.
so ein reiches land und soviel arme burger ,wo immer die linken regieren muss das volk leiden
hansulrich47 25.02.2014
2. Ich frag mich,
ob mit dem Reichtum an Bodenschätzen nicht ein Fluch für die Bewohner verbunden ist. Die Venezolaner brauchen fast nichts zu tun, um an Devisen für das vorhanden Öl zu kommen. Und diese Mentalität, keiner muss sich bemühen, alle schieben ne ruhige Kugel, führt dazu, dass es den Politikern ganz leicht fällt, das Blaue vom Himmel zu versprechen. Und das Volk glaubt es. Wo die Natur rauher ist und man sich um seinen Lebensunterhalt ernsthaft bemühen muss, geht es zivilisierter zu. Und allen besser.
spon-facebook-1193050755 25.02.2014
3. Bitte informieren
http://netzfrauen.org/2014/02/25/venezuela-manipulation-durch-medien-wichtige-informationen-zu-hintergruenden/ Grüsse aus Chile, einem Land, dem es in den 70er Jahren sehr sehr ähnlich erging...
rotertraktor 26.02.2014
4. Immer dasselbe mit den Sozialisten
Zitat von hausenwso ein reiches land und soviel arme burger ,wo immer die linken regieren muss das volk leiden
Ja, vor allem die hungerleidenden (Ex-)Großgrundbesitzer und Unternehmer aus der Rohstoffbranche ... und der Rest der Bevölkerung wird in gewohnt sozialistischer Manier mit immer neuen Zwangsmaßnahmen drangsaliert, wie zb. einem staatlichen Bildungssystem... ...oder einer kostenfreien Gesundheitsversorgung: Solche sozialistische Gleichmacherei kann natürlich nur katastrophale Folgen nach sich ziehen: In diesem Sinne, ein Hoch auf die guten alten Zeiten von Perez und Konsorten, wo man noch so richtig schön arm, hungrig, dumm und krank sein durfte, bevor die Linken das Land zugrunde gewirtschaftet haben! Nun doch nochmal zum Thema des Artikels: Inwieweit in Venezuela US-Diplomaten und finanzstarke Stiftungen tatsächlich als Auftraggeber und/oder Organisator von Sabotageakten, Attentaten und anderen terroristischen Aktivitäten beteiligt waren, wäre mal eine Aufgabe für wirklich investigative Journalisten. Das gleiche gilt auch für das, was wir gerade in der Ukraine erlebt haben: Wobei es in der Ukraine wohl noch schwieriger werden dürfte als in Venezuela, denn wie sagte schon der gute alte Heinz Erhardt in seinem Gedicht "Flecke":
anfrancisti 26.02.2014
5. @Bitte informieren
"Bitte informieren" kann ich nur zurückgeben. Danke für den Verweis auf diesen einseitigen, schlecht recherchierten und in der Sache von Dummheit aufgeblähten Artikel auf Netzfrauen.org...hört diese "Hallo, ich weiß alles besser weil ich mich informiere und die Wahrheit kenne"- Attitude denn nie auf?
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