US-Warnung Panetta wirft Iran Ausbildung syrischer Milizen vor

Es ist eine deutliche Warnung: US-Verteidigungsminister Leon Panetta hat Teheran aufgefordert, sich aus dem Syrien-Konflikt rauszuhalten. Es gebe Hinweise, dass Iran schiitische Milizen aufbaue und trainiere, die auf Seiten des Assad-Regimes kämpfen sollen.
US-Warnung: Panetta wirft Iran Ausbildung syrischer Milizen vor

US-Warnung: Panetta wirft Iran Ausbildung syrischer Milizen vor

Foto: MARK WILSON/ AFP

Washington - Irans Einmischung in den Syrien-Krieg ist unerwünscht - das hat US-Verteidigungsminister Leon Panetta deutlich gemacht. Die USA würden jeden Versuch Teherans unterbinden, die Zukunft Syriens zu bestimmen. Panetta sagte, es sei offenkundig, dass Iran mehr zur Stützung des syrischen Regimes unternehme. "Wir denken nicht, dass Iran jetzt diese Rolle spielen sollte."

Nach Informationen Washingtons mische sich Teheran immer mehr in den Konflikt ein und unterstütze das Regime von Präsident Baschar al-Assad. Verteidigungsminister Leon Panetta und Stabschef Martin Dempsey warfen Iran vor, eine überwiegend schiitische Miliz auszubilden und aufzubauen. Diese solle an der Seite von Assads Armee kämpfen.

Es ist eine erste offene Warnung der USA an Iran, sich aus dem Syrien-Krieg rauszuhalten. Allerdings machte Panetta keinerlei Andeutung über ein mögliches stärkeres Engagement der USA. Er betonte, dass es keine amerikanische Waffenhilfe für die Aufständischen gebe. Auch die Frage zur Einrichtung von Flugverbotszonen sei derzeit nicht akut, so der Minister. Vor allem wollten die USA keinesfalls alleine vorgehen. Zurzeit hätten aus Sicht Washingtions humanitäre Hilfe und die Sicherheit der syrischen chemischen und biologischen Waffen Vorrang.

Allerdings unterstützt der amerikanische Geheimdienst CIA nach Medienberichten bereits die Rebellen, unter anderem in einem Kommandozentrum im türkischen Adana, das rund hundert Kilometer von der syrischen Grenze entfernt ist. Dort arbeiten türkische Regierungsvertreter, Offiziere der Freien Syrischen Armee, Gesandte aus Katar und Saudi-Arabien zusammen. US-Präsident Barack Obama hat Berichten zufolge einen Erlass unterzeichnet, die der CIA Hilfe für die Aufständischen erlaubt.

Wie zuletzt auch der Chef des Bundesnachrichtendienstes (BND), Gerhard Schindler, sieht auch der US-General Dempsey Assads Armee in immer größeren Schwierigkeiten. Die syrischen Soldaten leiden unter dem andauernden Bürgerkrieg, sagte er. "Sie haben Nachschubprobleme, sie haben Probleme mit der Kampfmoral, sie haben Abnutzungserscheinungen, die ein Kampf von dieser Dauer mit sich bringt." BND-Chef Schindler hatte zuletzt gesagt, die Tage des Diktators Assad seien gezählt, und von einer "Erosion des Militärs" gesprochen.

Unterdessen zeichnet sich auf dem Gipfel der Organisation für Islamische Zusammenarbeit (OIC) der vorläufige Ausschluss Syriens aus der Staatengruppe ab: Der Gipfel "befürwortet die Suspendierung" der Mitgliedschaft des Landes in der OIC, hieß es in der Abschlusserklärung, aus der die Nachrichtenagentur AFP zitierte. Diese soll am Mittwoch verabschiedet werden.

heb/dapd/dpa/AFP