US-Haushaltsstreit Wo die Sparmaßnahmen greifen


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Fotostrecke: Die Folgen von Amerikas Supersparpaket

  • Allein die Hälfte der Sparmaßnahmen (42,7 Milliarden Dollar) trifft das Militär - Ausgaben für Kriege, Material, Training, Zivilangestellte. Die Marine muss zwei Flugzeugträger gedockt lassen und vier Luftgeschwader stilllegen. Die Kürzungen würden die US-Einsatzbereitschaft schwächen, warnen Top-Generäle. "Unsere jungen Männer und Frauen werden den Preis zahlen", prophezeit Armeechef Ray Odierno. "Potentiell mit ihrem Leben."

  • Das FBI und andere Kriminalbehörden werden die Arbeitskraft von rund tausend Agenten einbüßen. Hunderte Staatsanwälte und 40.000 Gefängniswärter müssen in den Zwangsurlaub. Strafverfahren bleiben liegen.
  • Der staatliche Katastrophenschutz, erst voriges Jahr durch Naturdesaster schwer auf die Probe gestellt, wird zurückgefahren. Das US-Katastrophenschutzamt Fema streicht Hilfen für Bundesstaaten und Kommunen, unter anderem zum Leidwesen von Feuerwehren und Noteinsatzkräften.
  • Auch Fluglotsen und Sicherheitsbeamte an Flughäfen sind betroffen. Die US-Luftfahrtbehörde FAA wird Tausende Angestellte in Zwangsurlaub schicken, um 600 Millionen Dollar aus ihrem Budget zu streichen. Es kommt zu Verspätungen im Luftverkehr.
  • Die Finanzaufsicht, allen voran die oberste Kontrollbehörde SEC, wird hart sparen müssen. Sie könnte sich vorerst keine neuen Technologien mehr leisten, um Wall-Street-Betrügern auf die Schliche zu kommen.
  • Die Sozialversicherung soll unangetastet bleiben, doch die zuständigen Rentenämter werden Personal und Service reduzieren.
  • Abertausende Lehrer könnten ihren Job verlieren, rund 70.000 arme Schüler ihre staatliche Bildungshilfe.
  • Gelder für Wissenschaft und Forschung werden reduziert. Tausende Wissenschaftler könnten ihre Jobs verlieren, die Genehmigung lebenswichtiger Medikamente verzögert sich.
  • Kreditbürgschaften für Kleinunternehmer werden um insgesamt mehr als eine halbe Milliarde Dollar verringert.
  • Staatliche Lebensmittelinspektionen werden aus Kostengründen eingeschränkt.
  • Staatlich gesponserte Essensdienste für Senioren ("Meals on Wheels") werden rund vier Millionen weniger Mahlzeiten ausfahren.
  • Mietbeihilfen für Schlechtverdiener werden gekappt. Rund 125.000 Familien laufen Gefahr, ihre Wohnungen zu verlieren.
  • Staatliche Wohnprogramme für Obdachlose werden gekürzt. Mehr als 100.000 Menschen könnten auf der Straße landen, darunter Kriegsveteranen.
  • Fast 400.000 geistig Behinderte - Erwachsene wie Kinder - werden plötzlich unbehandelt bleiben. Eine Kettenreaktion droht: mehr Besuche in der Notaufnahme, Straffälligkeit, Obdachlosigkeit.
  • Staatliche Aidszuwendungen werden reduziert. Rund 7400 Patienten könnten Zugang zu lebensnotwendigen Medikamenten verlieren, es wird weniger Aidstests geben. Mögliche Folge: mehr Infektionen, Erkrankungen und Todesfälle.
  • Der National Park Service, der fast 400 US-Nationalparks überwacht, muss 112 Millionen Dollar einsparen. Der Yosemite National Park wird seine verschneiten Straßen erst Mitte Mai räumen können. Die Great Smoky Mountains werden mindestens fünf Campingplätze schließen.



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