SPIEGEL ONLINE

SPIEGEL ONLINE

10. April 2015, 04:01 Uhr

Annäherung an Havanna

Kerry will Kuba von US-Terrorliste streichen

Kuba könnte schon bald von der US-Terrorliste gestrichen werden. Eine entsprechende Empfehlung erteilte John Kerry dem Weißen Haus. Zum ersten Mal seit mehr als 50 Jahren trafen sich nun die Außenminister beider Staaten zu einem Gespräch.

Das US-Außenministerium tut den nächsten Schritt, um die Beziehungen zu Kuba zu verbessern: John Kerry empfiehlt US-Präsident Barack Obama, das Regime in Havanna von der Terrorliste zu streichen. Obama sagte, er werde den Bericht des State Department nun prüfen und auf eine Empfehlung seiner Berater warten. Seine Zustimmung gilt aber als sicher.

Der US-Präsident hatte Kerry im Dezember gebeten, zu überprüfen, ob Kuba von der Terrorliste gestrichen werden könnte. Obama will damit den Weg für die Aufnahme diplomatischer Beziehungen mit dem kommunistischen Staat freimachen. Nach 54 Jahren wollen beide Regierungen bald wieder Botschaften im jeweils anderen Land eröffnen - Havanna hat die Streichung von der Liste dafür zur Bedingung erklärt.

Kuba steht seit 1982 auf der Terrorliste der USA, weil Havanna damals kommunistische Rebellen in Kolumbien und anderen Staaten unterstützt hatte. Auf der US-Liste stehen derzeit neben Kuba Iran, Syrien und der Sudan. In Panama wird spekuliert, dass Washington seine Entscheidung bereits während des Gipfels verkünden könnten.

Am Donnerstag traf sich Außenminister Kerry am Rande des Amerika-Gipfels in Panama mit seinem kubanischen Amtskollegen Bruno Rodriguez. Es ist das ranghöchste Vier-Augen-Gespräch zwischen Vertretern beider Staaten seit mehr als einem halben Jahrhundert. US-Außenamtssprecherin Marie Harf veröffentlichte auf Twitter ein Foto der beiden Politiker. Einzelheiten über das Gespräch teilte sie allerdings nicht mit.

US-Präsident Obama und Kubas Staatschef Raúl Castro sind ebenfalls bereits in Panama gelandet. Offizielle bilaterale Gespräche zwischen beiden sind bislang aber nicht geplant. Es gilt aber als sehr wahrscheinlich, dass die beiden zu einem ersten direkten Gespräch zusammenkommen werden.

syd/heb/dpa/Reuters

URL:

Verwandte Artikel:


© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung