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13. April 2018, 02:49 Uhr

Weißes Haus zur Syrien-Strategie

"Wir werten weiter Geheimdiensterkenntnisse aus"

Frankreich will Beweise dafür haben, dass das syrische Regime Giftgas in Duma eingesetzt hat. Aus den USA heißt es, diese würden noch gesucht. US-Präsident Trump telefoniert derweil mögliche Bündnispartner ab.

Ein Militäreinsatz westlicher Länder in Syrien ist trotz anhaltend massiver Drohungen offenbar noch keine beschlossene Sache. Das Weiße Haus erklärte am Donnerstag nach einem Treffen von US-Präsident Donald Trump mit seinen Sicherheitsberatern, eine Entscheidung sei noch immer nicht gefallen. Sprecherin Sarah Sanders erklärte: "Wir werten weiter Geheimdiensterkenntnisse aus und sind in engen Abstimmungen mit unseren Partnern und Alliierten."

US-Verteidigungsminister James Mattis sagte, endgültige Beweise für den Chemiewaffeneinsatz der syrischen Regierung würden noch gesucht. Frankreich hat laut Präsident Emmanuel Macron schon Beweise gefunden.

Eine französische Beteiligung an einer Militäraktion in Syrien gilt deshalb als wahrscheinlich. Auch britische U-Boote sind nach übereinstimmenden Medienberichten bereits in Position und Reichweite, um Marschflugkörper nach Syrien zu starten.

Trump telefoniert mit May

Das Büro der britischen Premierministerin Theresa May teilte in der Nacht auf Freitag mit, sie habe mit Trump telefoniert und beide stimmten darin überein, keine weiteren Chemiewaffeneinsätze in Syrien zulassen zu wollen. Syrien sei bekannt dafür, Giftgas einzusetzen, und es sei sehr wahrscheinlich, dass die Regierung von Präsident Assad auch für den "schockierenden und barbarischen Angriff" auf Duma verantwortlich sei.

May und Trump seien sich einig, dass deshalb eine internationale Antwort notwendig sei und würden "weiter eng an einer globalen Reaktion" arbeiten. Trump hatte auch erneut mit Macron telefonieren wollen, zu diesem Gespräch gab es aber keine offizielle Erklärung. Bundeskanzlerin Angela Merkel schloss eine Beteiligung Deutschlands an einem Militärschlag in Syrien aus.

Trump hatte am Mittwochmorgen mit seiner Kriegsdrohung via Twitter selbst Militärs geschockt, dann ruderte das Weiße Haus zurück und Trump legte am Donnerstagmorgen nach: "Habe nie gesagt, wann ein Angriff auf Syrien stattfinden würde. Könnte sehr bald sein oder gar nicht so bald!" Auch bei seinen eigenen Beratern sorgte er damit für Verwirrung.

Der frühere US-Botschafter in Deutschland, John Kornblum, geht aber davon aus, "dass es eine US-Militäraktion in der einen oder anderen Form geben wird". Nach der massiven Warnung könne Trump nicht mehr zurück, sagte Kornblum den Zeitungen der Funke Mediengruppe: "Jetzt gar nichts zu machen, käme einem Gesichtsverlust gleich."

vet/dpa/Reuters

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