Jetzt offiziell Usbekischer Diktator Islam Karimow ist tot

Der Präsident der zentralasiatischen Republik Usbekistan, Islam Karimow, ist gestorben. Der Diktator erlag im Alter von 78 Jahren den Folgen eines Schlaganfalls.

Islam Karimow
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Islam Karimow


Usbekistans Präsident Islam Karimow ist tot. Das gab die usbekische Regierung in Taschkent bekannt. Der 78-Jährige werde am Samstag beigesetzt.

Der usbekische Langzeitherrscher war am vergangenen Samstag mit Hirnblutungen in ein Krankenhaus gebracht worden. Dies hatte in dem Land mit 32 Millionen Einwohnern Angst vor möglichen Unruhen ausgelöst. Karimows Nachfolge ist nicht geregelt.

Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion war Karimow 1991 erstmals an die Spitze Usbekistans gewählt worden. Der Wirtschafts- und Sozialrat der Vereinten Nationen stellte "institutionalisierte, systematische, ungezügelte" Folter im usbekischen Justizwesen fest.

Trotzdem wurde Karimow über Jahre vom Westen hofiert. Usbekistan galt als wichtiger Partner im Kampf gegen den Terror. Der deutsche Stützpunkt in der Stadt Termes, über den die Bundeswehr im Afghanistaneinsatz versorgt wurde, wurde erst Ende 2015 aufgegeben.

Karimow wurde am 30. Januar 1938 in Samarkand geboren und studierte Maschinenbau. Um dem Wüstenland Usbekistan eine eigene Identität zu geben, berief sich der persönlich eher unscheinbare Karimow auf den grausamen Mongolenherrscher Timur. Der hatte im 14. Jahrhundert ein großes Reich bis nach Europa erobert.

Wirtschaftlich brachte er Usbekistan kaum voran, auch wenn das Land mit seinen etwa 32 Millionen Einwohnern über Gold, Silber, Gas, Öl und Kohle verfügt und Baumwolle produziert. Der Reichtum landete wohl vor allem bei seinem Familienklan. Von den zwei Töchtern wollte er die ältere namens Gulnara zur möglichen Nachfolgerin aufbauen. Doch die Familie zerstritt sich in seinen letzten Lebensjahren.

cte/Reuters/AFP

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