Venezuela Chavez droht mit "hundertjährigem Krieg" gegen USA

Venezuelas Präsident Hugo Chavez rüstet auf - verbal. Er wirft den USA vor, den Sturz seiner Regierung nach dem Vorbild Haitis zu planen.


Caracas - In seiner wöchentlichen Fernsehansprache bezichtigte Chavez die US-Regierung, den haitianischen Präsidenten Jean-Bertrand Aristide entmachtet zu haben. Sollten die USA dasselbe in seinem Land versuchen, fuhr Chavez fort, werde er einen "hundertjährigen Krieg" gegen die USA beginnen. Außerdem wiederholte er seine Drohung, sämtliche Öllieferungen an die USA zu stoppen.

Chavez hat in den vergangenen Wochen Präsident George W. Bush mehrfach scharf angegriffen. Bush habe auf imperialistische Berater gehört und 2002 einen Putschversuch in Venezuela unterstützt, sagte er auf einer Kundgebung. Die USA sollten sich nicht in die inneren Angelegenheiten seines Landes einmischen.

Das südamerikanische Land ist der fünftgrößte Erdölexporteur weltweit und deckt 15 Prozent der US-Rohölimporte ab. Die Spannungen in Venezuela werden mitverantwortlich gemacht für den Anstieg der Rohölpreise auf ein Jahreshoch von über 30 Dollar pro Barrel.

Präsident Chavez' Stuhl wankt, seit die Opposition ein Referendum über seinen Verbleib im Amt fordert. Sie wirft Chavez vor, das Land in den wirtschaftlichen und sozialen Ruin zu treiben und einen kommunistischen Staat nach Kubas Vorbild schaffen zu wollen. Am Wochenende demonstrierten über 500.000 Menschen in der Hauptstadt Caracas gegen die Entscheidung des nationalen Wahlrats, das Referendum nicht zuzulassen.



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