Venezuela Chávez muss erneut operiert werden

Venezuelas langjähriger Präsident Chávez gibt Gerüchten um seinen Gesundheitszustand neue Nahrung. Der 57-Jährige muss sich offenbar einer weiteren Operation unterziehen. Spekulationen um einen bösartigen Tumor weist er aber entschieden zurück.

Am 17. Februar in Caracas: Chávez bei einer Veranstaltung seiner Partei
DPA

Am 17. Februar in Caracas: Chávez bei einer Veranstaltung seiner Partei


Caracas - Nach seiner Krebserkrankung muss der im Herbst zur Wiederwahl stehende venezolanische Präsident Hugo Chávez erneut operiert werden. Nach den Chemotherapien wegen einer Krebserkrankung im vergangenen Jahr hätten Ärzte auf Kuba ein neues Geschwür entdeckt, teilte der Regierungschef am Dienstag mit. Der Eingriff werde wohl nicht kompliziert sein.

"Es ist ein kleines Geschwür von etwa zwei Zentimetern Durchmesser, sehr deutlich sichtbar", sagte Chávez dem staatlichen Fernsehen. Er erklärte, dass er nun wegen der Krebserkrankung alle vier Monate Kontrolluntersuchungen durchführen müsse. Gerüchten, denen zufolge sich bösartige Tumorzellen bis zu seiner Leber ausgebreitet hätten, wies er hingegen zurück. "Es gibt Menschen, die wollen, dass ich sterbe, weil sie mich hassen. (...) Sie fangen an, all diese Gerüchte zu verbreiten. Sie versuchen Angst und Unruhe zu verbreiten, versuchen das Land zu destabilisieren", sagte Chávez, der auf Kuba auch mit Revolutionsführer Fidel Castro und Präsident Raúl Castro gesprochen hatte.

Bereits im Juni 2011 war Chávez ein Tumor im Becken entfernt worden. Nach vier Chemotherapie-Zyklen hatte er im September erklärt, die Behandlung sei erfolgreich gewesen. Sein genauer Zustand ist aber ein streng gehütetes Geheimnis.

Chávez hat angekündigt, sich trotz der Erkrankung zur Wiederwahl im Herbst zu stellen. Chávez regiert Venezuela seit 1999, er ist Parteivorsitzender des "Partido Socialista Unido de Venezuela" (PSUV), der Vereinigten Sozialistischen Partei Venezuelas. Das Land ist einer der größten Ölexporteure Lateinamerikas und hat sich unter Chávez zu einem der schärfsten Gegner der USA entwickelt.

Chávez hat in seiner Amtszeit zahlreiche Generalstreiks, Massenproteste und sogar einen Militärputsch überstanden. Die Opposition rechnet sich für die Entscheidung am 7. Oktober erstmals wieder gute Chancen auf einen Sieg aus. Sie wirft Chávez vor, das Land mit seinem Sozialismus nach kubanischem Vorbild abgewirtschaftet und Investoren abgeschreckt zu haben. Als Herausforderer gegen Chávez tritt bei der Präsidentschaftswahl der Gouverneur des Bundesstaats Miranda an, der 39-jährige Rechtsanwalt Henrique Capriles Radonski.

bos/Reuters/dapd

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LeToubib 22.02.2012
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Ich soll kommentieren? Na, dann kommentiere ich mal: Bald kann sich Achwarumbistduleidernurgeistigkrank einen neuen "besten Freund" suchen! Positiv für ihn ist allerdings die Tatsache: Er braucht kein Spanisch mehr zu lernen ...
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