Nach Ausweisung Deutscher Botschafter verlässt Venezuela

Venezuelas Präsident Maduro hat den deutschen Botschafter Kriener zur unerwünschten Person erklärt, weil dieser Interimspräsident Guaidó unterstützt. Der Diplomat hat die Heimreise verspätet angetreten.

Juan Guaidó (l.), Daniel Kriener
AFP

Juan Guaidó (l.), Daniel Kriener


Der Konflikt zwischen Regierung und Opposition in Venezuela wirkt sich auf die deutsche Vertretung aus. Die sozialistische Regierung von Nicolás Maduro hatte den Botschafter Daniel Kriener zur unerwünschten Person erklärt und ihn aufgefordert, das Land zu verlassen. Nun ist Kriener auf dem Weg nach Deutschland, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amts.

Die Stromausfälle in Venezuela hätten auch den Flugverkehr schwer beeinträchtigt, daher habe sich die Ausreise verzögert, hieß es weiter. Eigentlich hatte Maduro dem Deutschen am vergangenen Mittwoch 48 Stunden gegeben, um das Land zu verlassen.

Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) rief den Botschafter daraufhin zu Konsultationen zurück nach Hause. In den kommenden Tagen sollen diese stattfinden. "Dann wird zu entscheiden sein, wie man weiter vorgeht", sagte der Sprecher.

Maduro wirft Kriener vor, sich in innere Angelegenheiten eingemischt zu haben. Deutschland hatte sich hinter Oppositionsführer Juan Guaidó gestellt, der sich im Januar zum Interimspräsidenten erklärt hatte. Guaidó ist Vorsitzender der von der Opposition dominierten Nationalversammlung, der einzig verbliebenen demokratisch legitimierten Institution im Land. Er wird auch von den USA sowie von vielen lateinamerikanischen und europäischen Ländern unterstützt.

vks/dpa



insgesamt 34 Beiträge
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lomax3030 11.03.2019
1.
Naja, bei alles Sympathie: Wir wollen auch nicht, dass sich der Trump-Botschafter hier bei uns einmischt. Zu Recht. Das gehört nciht zu seinen Aufgaben.
brooklyner 11.03.2019
2.
Denke Mal, sollte der ehemalige Busfahrer demnächst nur noch den Essenstrolley durch den Zellentrakt schieben dürfen (sofern man ihn am Leben lässt) und die US Amerikaner die Kontrolle über "ihr" Öl bekommen haben, dürfte sich dieses Engagement des Botschafters auszahlen. Der neue Präsident wird es wohl nicht vergessen, dass ihn der deutsche Botschafter am Flughafen erwartet hat, um ihn durch seine Anwesenheit symbolisch zu schützen. Realpolitik eben.
curiosus_ 11.03.2019
3. Wohin?
---Zitat von vks/dpa--- Der Diplomat hat die Heimreise nach Hindernissen angetreten. ---Zitatende--- Wo liegt das?
haarer.15 11.03.2019
4. Botschafter Kriener
Für ihn ist das gelaufen. Als Diplomat sollte ein Botschafter seine klar umrissenen Aufgaben aber auch seine Grenzen genau kennen. Egal wie man zum Maduro-Regime steht.
widder58 11.03.2019
5. Fehlverhalten
Klarer Fauxpass des Diplomaten sich in innere Angelegenheiten eines Landes einzumischen und einen auslandsgesteuerten Putschisten zu hofieren. Wenn Maaß das für unverständlich hält hat dieser Minister auf dem Posten nichts verloren. Man stelle sich eine ähnliche Situation in Europa vor.
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