Venezuela Trump droht Maduro, Opposition ruft zu Generalstreik auf

"Werden nicht tatenlos zusehen": US-Präsident Trump hat den venezolanischen Staatschef Maduro davor gewarnt, seine Macht auszubauen. Venezuelas Opposition will ebenfalls den Druck erhöhen.


Seit Monaten gibt es in Venezuela heftige Proteste gegen die Regierung von Präsident Nicolás Maduro. Dieser will Ende Juli eine Wahl einer Versammlung zur Ausarbeitung einer neuen Verfassung abhalten. Dagegen hatten sich am Sonntag mehr als sieben Millionen Venezolaner in einem Plebiszit ausgesprochen. Nun hat US-Präsident Donald Trump Maduro gedroht. "Die Vereinigten Staaten werden nicht tatenlos zusehen, während Venezuela zerfällt", sagte Trump. "Wenn das Maduro-Regime am 30. Juli seine verfassunggebende Versammlung durchsetzt, werden die Vereinigten Staaten rasche und deutliche ökonomische Maßnahmen ergreifen."

Die Menschen in Venezuela hätten bei der Befragung am Sonntag deutlich gemacht, dass sie für Demokratie, Freiheit und Rechtsstaatlichkeit stünden, so Trump. "Aber ihre starken und mutigen Handlungen werden weiterhin von einem schlechten Führer ignoriert, der davon träumt, ein Diktator zu werden."

Laut Opposition haben an dem symbolischen Referendum gegen die geplante Verfassungsänderung insgesamt 7,6 Millionen Venezolaner teilgenommen. Rund 98 Prozent der Teilnehmer lehnten die Pläne Maduros ab, teilte die Opposition nach der Auszählung aller Stimmzettel am Montag mit. Demnach würde die bei der Abstimmung erreichte Teilnehmerzahl ausreichen, um Maduro aus dem Amt zu befördern, da die Zahl über den 7,5 Millionen Wählern liege, die ihm bei der Wahl 2013 den Sieg ermöglichten. Die Abstimmung ist jedoch nicht bindend und wurde von der Regierung nicht anerkannt.

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Protest in Venezuela: Millionen gegen Maduro

Opposition ruft zu Generalstreik auf

In der Nacht von Sonntag auf Montag hatte die Opposition noch von 7,18 Millionen Teilnehmern an der Abstimmung gesprochen. Als Mobilisierungserfolg galt die Marke von acht Millionen der rund 19 Millionen wahlberechtigten Venezolaner. Die Volksabstimmung wurde von Gewalt überschattet.

Für Donnerstag rief die Opposition zu einem Generalstreik auf. Mit dem 24-stündigen Ausstand solle Druck auf den sozialistischen Präsidenten ausgeübt werden, damit er seine Initiative einer Verfassungsreform aufgebe, sagte der stellvertretende Vorsitzende des Parlaments, Freddy Guevara.

Maduro bekräftigte hingegen am Montag den Willen der Regierung, am 30. Juli die Wahl der verfassungsgebenden Versammlung durchzuführen. Die Opposition wirft Maduro vor, das Gremium nahezu ausschließlich mit seinen Anhängern besetzen zu wollen, um sich dann "diktatorische Vollmachten" geben zu lassen.

max/dpa/AFP

insgesamt 19 Beiträge
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peeka(neu) 18.07.2017
1. Ein Mandela für Venezuela
Das beste, das Maduro passieren kann, sind doch solche Aussagen von Trump, die die von ihm vorgeworfene äußere Einmischung in die Angelegenheiten Venezuelas dokumentieren und den Vorwurf bekräftigen, die Opposition sei von außen gesteuert. In meinen Augen bräuchte Venezuela - zum heutigen Tag natürlich passend - einen Nelson Mandela, der die verfeindeten Lager im Land zusammenbringen kann. Aber derzeit ist niemand in Sichtweite, um diese Rolle auszufüllen.
Das Pferd 18.07.2017
2.
tolles Foto. Südamerikanischer Staatschef wie aus dem Comic, sogar mit Schärpe. Der gäbe auch einen Vizekönig von Peru oder einen mexikanischen oder Brasilianischen Kaiser ab. Willkommen im 19. Jahrhundert. aber bestimmt erzählt gleich wer, daß hinten innen am Kostüm ein kleines Label "links" ist. Und damit alles OK, Hauptsache anticapitalista und anti-USA. Dann darf man alles
Sandlöscher 18.07.2017
3. Yep,
jetzt will man an Venezuelas Ölquellen nach dem Chávez alle rausgeschmissen hat. Auch wenn ich kein Anhänger des Regimes in Venezuela bin: Den USA geht wie immer nicht um Demokratie etc. sondern um Zugriff auf Bodenschätze. Praktisch, dass der Außenminister einst CEO von Exxon war.
Tr1ple 18.07.2017
4. The left state failed badly
Tja, das ist nun mal die Kultur der Korruption. Korruption funktioniert meiner Meinung nach vor allem in sozialistischen Ländern. (damit meine ich nicht Sozialemarktwirtschaft) Vermischt man nun die südamerikanische Kultur mit einer sozialistischen Staatsform ist das, was in Venezuela passiert das Ergebnis. Man sieht es immer wieder in Südamerika. (mal abgesehen von dem Amerikanischen engagement in SA) Die nächsten sind die Bolivianer.
clubmate 18.07.2017
5.
Zitat von Tr1pleTja, das ist nun mal die Kultur der Korruption. Korruption funktioniert meiner Meinung nach vor allem in sozialistischen Ländern. (damit meine ich nicht Sozialemarktwirtschaft) Vermischt man nun die südamerikanische Kultur mit einer sozialistischen Staatsform ist das, was in Venezuela passiert das Ergebnis. Man sieht es immer wieder in Südamerika. (mal abgesehen von dem Amerikanischen engagement in SA) Die nächsten sind die Bolivianer.
Unterscheidet sich dann von den rechtskonservativ regierten südamerikanischen Ländern immerhin dadurch, dass wenigstens ein Bruchteil des Reichtums bei der einfachen Bevölkerung ankommt, als im Zweifelsfall bei ausländischen Konzernen. Die Korruption dagegen ist in beiden Fällen vorhanden.
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