Trump zu venezolanischem Militär "Ihr werdet alles verlieren"

Bisher steht das Militär in Venezuela hinter seinem umstrittenen Präsidenten Nicolás Maduro. Nun fordert Donald Trump die Truppen auf, ihn fallen zu lassen - und droht andernfalls mit schweren Konsequenzen.
Soldatinnen in Venezuela

Soldatinnen in Venezuela

Foto: Marcelo Garcia/ dpa

US-Präsident Donald Trump hat sich mit eindringlichen Worten an die Militärs in Venezuela gewandt. Er drohte mit drastischen Folgen, falls sie den umstrittenen Staatschef Nicolás Maduro weiter unterstützen. "Wenn ihr euch für diesen Weg entscheidet, werdet ihr keinen sicheren Hafen finden und keinen Ausweg. Ihr werdet alles verlieren", sagte Trump bei einer Rede.

Trump forderte das Militär auf, die an der Grenze bereitstehenden Hilfslieferungen ins Land zu lassen. Das humanitäre Desaster müsse ein Ende haben, mahnte er. Hunderte Tonnen Hilfsgüter liegen in der kolumbianischen Grenzstadt Cúcuta bereit. Doch Machthaber Maduro lässt die Brücke nach Venezuela blockieren und das Volk leiden. An die Unterstützer des Maduro-Regimes gerichtet, sagte der US-Präsident: "Beendet diesen Albtraum von Armut, Hunger und Tod."

Venezuela-Krise kommt Trump gelegen

Trump betonte, die USA "wollen einen friedlichen Machtwechsel, aber alle Optionen sind offen". Die US-Regierung schließt seit Wochen explizit nicht aus, im Zweifel auch militärisch in Venezuela einzugreifen, falls Maduro nicht freiwillig abtreten sollte.

Die Venezuela-Krise kommt Trump gelegen: Innenpolitisch steht er derzeit enorm unter Druck. Die Shutdown-Krise zieht sich hin, Trumps Umfragewerte brechen ein, die Demokraten unter Nancy Pelosi scheinen ihn erstmals ausmanövriert zu haben. Hinzu kommt der bald erwartete Bericht von Russland-Sonderermittler Robert Mueller.

Maduro hält humanitäre Hilfe für einen Vorwand

Präsident Maduro gibt sich derweil weiterhin nicht geschlagen: Erst vor wenigen Tagen beauftragte er seine Armee, einen Plan für die Entsendung von Truppen an die Grenze zu Kolumbien vorzubereiten. Er sieht die humanitäre Hilfe als einen Vorwand für eine militärische Intervention und will sie nicht ins Land lassen.

In Venezuela herrscht seit Jahren eine gravierende Versorgungskrise, obwohl das Land über die weltgrößten Ölvorkommen verfügt. Mehr als 2,3 Millionen Einwohner flohen bereits aus dem Land. Dort fehlt es an Medikamenten, Lebensmitteln und anderen Artikeln des täglichen Bedarfs.

lmd/dpa