Machtkampf in Venezuela Maduro-Anhänger sollen Drohbotschaften an Häuser von Oppositionellen gesprüht haben

Das Regime von Nicolás Maduro erhöht den Druck auf Venezuelas Opposition. Schlägerbanden schüchtern offenbar die Gegner des Autokraten ein.

Nicolás Maduro
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Nach dem gescheiterten Umsturzversuch in Venezuela haben mutmaßliche Regierungsanhänger Drohbotschaften an die Häuser mehrerer oppositioneller Abgeordneter gesprüht. "Wir kommen dich holen. Hochachtungsvoll. Die Colectivos", war an den Fassaden der Häuser verschiedener Parlamentarier zu lesen.

"Die verzweifelte Diktatur hat einen Tiefpunkt erreicht und versucht, mit Staatsterrorismus Angst zu säen", schrieb der selbst ernannte Interimspräsident Juan Guaidó auf Twitter. Dazu postete Guaidó Fotos, die entsprechende Schmierereien zeigen.

Die sogenannten "Colectivos" sind Schlägerbanden, die in Venezuela ganze Stadtviertel beherrschen, die Verteilung subventionierter Lebensmittel verteilen und unbehelligt von der Polizei kriminelle Geschäfte machen. Im Gegenzug gehen die Motorradgangs bei regierungsfeindlichen Protesten hart gegen Demonstranten vor.

Pompeo will sich mit Putin und Lawrow treffen

In der vergangenen Woche hatte Guaidó versucht, die Streitkräfte auf seine Seite zu ziehen und Präsident Nicolás Maduro aus dem Amt zu drängen. Die Machtübernahme scheiterte allerdings, weil nur wenige Soldaten die Opposition unterstützten. Gegen mehrere Abgeordnete wurden daraufhin Verfahren wegen Rebellion und Vaterlandsverrats eingeleitet. (Mehr über die jüngste Welle der Repression lesen Sie hier.) Geheimdienstagenten setzten den stellvertretenden Parlamentspräsidenten Édgar Zambrano fest.

Die USA verurteilten die Verhaftung. "Das ist ein Angriff auf die Unabhängigkeit des demokratisch gewählten Parlaments und Teil des fortgesetzten Versuchs von Maduros Regime, die freie Debatte in Venezuela zu unterdrücken", sagte US-Außenminister Mike Pompeo.

Pompeo will sich kommende Woche mit dem seinem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow und Russlands Präsident Wladimir Putin treffen. Russland gehört zu Maduros wichtigsten internationalen Unterstützern; die USA unterstützen Guaidó.

asa/dpa/AFP



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