Mercosur-Treffen Eklat um Venezuelas Außenministerin

Venezuela ist derzeit von Südamerikas Wirtschaftsbündnis Mercosur ausgeschlossen. Beim Versuch, trotzdem an einem Treffen teilzunehmen, soll Außenministerin Rodríguez von Polizisten geschlagen worden sein.

Delcy Rodríguez
AFP

Delcy Rodríguez


Die Übergabe der Präsidentschaft des Mercosur-Bündnisses an Argentinien ist von einem Eklat um Venezuela überschattet worden. Die nicht eingeladene venezolanische Außenministerin Delcy Rodríguez versuchte, an der Veranstaltung in Buenos Aires teilzunehmen, sie wurde aber von der Polizei abgewiesen.

Venezuelas Außenministerin sagte, ein Polizist habe sie am Eingang des argentinischen Außenministeriums geschlagen. "Sie wurde ernsthaft verletzt und hat möglicherweise ein gebrochenes Schlüsselbein", sagte Venzuelas Präsident Nicolás Maduro. Demnach sei Rodríguez zu Boden geworfen worden, dafür lieferte er allerdings keine Beweise.

"Wenn sie uns die Tür nicht aufmachen, müssen wir eben durch das Fenster kommen", sagte Rodríguez. Letztendlich wurde sie von der argentinischen Außenministerin Susana Malcorra am Rande des Treffens empfangen. An dem einstündigen Gespräch nahmen auch ihre Amtskollegen aus Uruguay und Bolivien teil. Malcorra sprach anschließend von einem "offenen Gespräch mit enormen Meinungsverschiedenheiten", bei dem es zu unerwünschten Spannungen gekommen sei.

Die Gründungsmitglieder Brasilien, Argentinien, Uruguay und Paraguay hatten Venezuela Anfang Dezember ausgeschlossen, weil das Land vier Jahre nach Eintritt in den Mercosur viele der Bündnis-Regelungen über Freihandel und Menschenrechte noch nicht angenommen hat.

max/dpa/Reuters

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