Venezuela Festgenommener US-Journalist soll abgeschoben werden

US-Reporter Cody Weddle berichtete für verschiedene Medien aus Venezuela, am Mittwochmorgen wurde er festgenommen. Nach rund zwölf Stunden ist er nun wieder frei - und soll in die USA zurückkehren.

Cody Weddle in Caracas (2018)
WPLG/DPA

Cody Weddle in Caracas (2018)


Der in Venezuela festgenommene US-Reporter Cody Weddle wird nach Angaben einer seiner Arbeitgeber in die Vereinigten Staaten abgeschoben. Rund zwölf Stunden nach seiner Festnahme sei der Reporter am Mittwochabend (Ortszeit) zum internationalen Flughafen Maiquetía gebracht worden, um einen Flug in die USA zu nehmen, berichtete der Fernsehsender WPLG Local 10.

Weddle hatte zuletzt für verschiedene US-Medien über die politische Krise in Venezuela berichtet, darunter auch für den Sender aus Florida. Auch die "Washington Post" berichtet, dass Weddle zurück nach Amerika geschickt wird, die Zeitung beruft sich dabei auf die Anwältin des Reporters, Theresly Malavé. Demnach liegt keine Anlage gegen Weddle vor.

Der Journalist und sein venezolanischer Mitarbeiter Carlos Camacho waren nach Angaben der Pressegewerkschaft SNTP am Mittwochmorgen von Agenten des venezolanischen Militärgeheimdienstes festgenommen worden. Die Beamten durchsuchten auch die Wohnung des Reporters und beschlagnahmen Arbeitsgeräte. Das US-Außenministerium zeigte sich besorgt: "Journalist zu sein, ist kein Verbrechen", sagte ein Sprecher.

Auch Weddles Assistent Camacho wurde nun den Berichten zufolge wieder freigelassen. Mit den beiden Männern wurden nach Angaben von SNTP in diesem Jahr bereits 26 Medienschaffende in Venezuela vorübergehend in Gewahrsam genommen.

In dem Land ringen Staatschef Nicolás Maduro und der selbst ernannte Interimspräsident Juan Guaidó derzeit um die Macht. Die zunehmend autoritäre Regierung von Maduro hatte vor einigen Wochen mehrere ausländische Journalisten festgenommen und ausgewiesen, weil sie ohne gültiges Arbeitsvisum in Venezuela arbeiteten.

aar/dpa



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juba39 07.03.2019
1. Und die Begründung?
Der Grund für die Ausweisung kommt dann irgendwann doch noch, im allerletzten Satz. Nun würde ich gern Mister Weddle die Frage stellen, vielleicht kann SPON die auch beantworten. Wie verfährt die USA mit Personen, die als Touristen einreisen, und dann sich ohne Arbeitserlaubnis als Journalist betätigen. ICH kenne die Reaktion, kennt sie auch im Forum jeder? Egal, ob Türkei, Russland, oder eben Venezuela. Jeder glaubt, herumfahren und arbeiten zu können, wie es beliebt. Und hier meine Antwort. In den USA bedeutet das (im günstigsten Fall) die sofortige Ausweisung und eine lebenslange Wiedereinreisesperre. Jetzt die westliche Arroganz deutlich?
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