Chávez' letzte Ruhestätte Der Comandante wird doch nicht einbalsamiert

Der "Herzenswunsch vieler Landsleute" geht nicht in Erfüllung: Venezuelas verstorbener Präsident Hugo Chávez wird doch nicht einbalsamiert. Dazu hätte der Leichnam für Monate nach Russland gebracht werden müssen.

REUTERS/Miraflores Palace

Caracas - Venezolaner werden ihren verstorbenen Präsidenten nicht in einem Glassarg betrachten können. Der Leichnam des Anfang März verstorbenen venezolanischen Staatschefs Hugo Chávez wird doch nicht einbalsamiert. Das teilte Informationsminister Ernesto Villegas über den Kurznachrichtendienst Twitter mit. Demnach habe man die "Option der Einbalsamierung des Körpers von Comandante Chávez verworfen".

Zuvor habe ein russisches Expertenteam festgestellt, dass der Leichnam dazu für sieben bis acht Monate nach Russland gebracht werden müsste. "Nach diesem Bericht wurde eine Einbalsamierung ausgeschlossen, die ein Herzenswunsch vieler Landsleute gewesen ist", schrieb Villegas.

Chávez war am 5. März nach fast zweijährigem Kampf gegen den Krebs im Alter von 58 Jahren gestorben. Zwei Tage später hatte Interimspräsident Nicolas Maduro angekündigt, dass der Leichnam einbalsamiert und öffentlich in einem gläsernen Sarg aufgebahrt werden solle. Die Regierung hatte aber schon am vergangenen Donnerstag eingeräumt, dass es Schwierigkeiten mit der Einbalsamierung gebe.

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Venezuela: Ein Trauerzug für den Comandante
Am Freitag war Chávez Leichnam nach neun Tagen öffentlicher Trauer zu seiner vorläufigen Ruhestätte eskortiert worden. Der mit einer Nationalflagge bedeckte Sarg wurde von einer Ehrengarde aus der Militärakademie getragen. Tausende Menschen nahmen an der "letzten Fahrt des Comandante" durch Caracas Anteil.

Chávez' Anhänger säumten die Strecke zu dem Militärmuseum in Caracas, in dem der langjährige Staatschef später beigesetzt wurde. Der Prozessionszug mit dem Sarg setzte sich nach einer kurzen Zeremonie in Bewegung. Menschen in roter Kleidung, in T-Shirts mit einem Foto des Verstorbenen und mit venezolanischen Flaggen drängelten sich entlang der zwölf Kilometer langen Strecke durch die Hauptstadt.

Angeführt wurde die Prozession von Maduro, Parlamentspräsident Diosdado Cabello und dem bolivianischen Staatschef Evo Morales. Die letzte Ruhestätte befindet sich in einer in ein Militärmuseum umgewandelten ehemaligen Kaserne. Dort hatte Chávez sein Hauptquartier eingerichtet, nachdem 1992 sein Versuch gescheitert war, den damaligen Präsidenten Carlos Andrés Pérez zu stürzen.

Venezuelas neuer Präsident wird 14. April gewählt. Für das Chávez-Lager tritt Maduro an, für die Opposition Henrique Capriles.

ulz/AFP/dpa

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ein-berliner 16.03.2013
1. Hugo
ist wohl schon zu verfallen um noch vorzeigbar zu sein. Schlechte Halbwertszeit!
Zenturio.Aerobus 16.03.2013
2. Lenins Balsamierer
Zitat von sysopREUTERS/Miraflores PalaceDer "Herzenswunsch vieler Landsleute" geht nicht in Erfüllung: Venezuelas verstorbener Präsident Hugo Chávez wird doch nicht einbalsamiert. Dazu hätte der Leichnam für Monate nach Russland gebracht werden müssen. http://www.spiegel.de/politik/ausland/venezuela-hugo-chavez-leichnam-wird-doch-nicht-einbalsamiert-a-889228.html
Lebt Lenins Balsamierer noch?
dwg 16.03.2013
3.
Zitat von sysopREUTERS/Miraflores PalaceDer "Herzenswunsch vieler Landsleute" geht nicht in Erfüllung: Venezuelas verstorbener Präsident Hugo Chávez wird doch nicht einbalsamiert. Dazu hätte der Leichnam für Monate nach Russland gebracht werden müssen. http://www.spiegel.de/politik/ausland/venezuela-hugo-chavez-leichnam-wird-doch-nicht-einbalsamiert-a-889228.html
Man hätte sich da die Dienste des "Künstlers" von Hagen sichern können. Geht erstens schneller und man kann zudem das Exponat auch gefällig in die Ecke stellen. Auch jahreszeitliches Umdekorieren wir so möglich.
hubertrudnick1 16.03.2013
4. Völliger Unsinn
Zitat von Zenturio.AerobusLebt Lenins Balsamierer noch?
Eine Einbalsamierung eines Politikers ist eine Verunglipfung des Menschen, man sollte ihn ordenlich begraben und nicht als Schaupuppe präsentieren. Und ob die Figur in Moskau wirklich noch die Überreste von Lenin sind, dass möchte ich bezweifeln, Einen Menschen zu einer Touristenattraktion zu machen ist einfach nur menschenunwürdig und das auch noch nach seinem Tod. HR
perutti 16.03.2013
5. 3D Drucker
Das Mittel der Wahl ist heute auch nicht das Einbalsamieren, sondern die freie Verfügbarkeit eines Datensatzes, mit dem der Commandante per 3D Drucker von zuhause aus wieder auferstehen kann...
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