Machtkampf Gegenpräsident Guaidó darf an Venezuelas US-Konten

Die USA verstärken ihre Unterstützung für Juan Guaidó. Der selbst ernannte Interimspräsident von Venezuela erhält Zugriff auf bestimmte Konten seines Landes bei amerikanischen Banken.

Juan Guaidó
AFP

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Außenminister Mike Pompeo gab die Erlaubnis: Venezuelas Gegenpräsident bekommt Zugang zu bestimmten Konten des südamerikanischen Krisenstaats, die in den USA liegen.

Guaidó dürfe rechtmäßig auf das Eigentum zugreifen, das auf bestimmten Konten der Regierung Venezuelas oder der Zentralbank Venezuelas bei US-Banken lagere, teilte das Außenministerium in Washington mit.

"Diese Zertifizierung wird der legitimen Regierung Venezuelas helfen, die Werte zu sichern und zum Wohl des Volkes von Venezuela einzusetzen", heißt es in der Mitteilung weiter. Die USA sehen Guaidó als legitimen Präsidenten des lateinamerikanischen Staates. In Venezuela tobt ein offener Machtkampf zwischen Präsident Nicolás Maduro und Guaidó.

Erst am Montag hatten die USA Sanktionen gegen den Ölsektor Venezuelas verhängt. Nach Angaben von US-Finanzminister Steven Mnuchin dürfen in den Vereinigten Staaten ansässige Firmen zwar noch Öl aus Venezuela einkaufen, die Zahlungen müssen aber auf Sperrkonten eingezahlt werden. Ob es sich dabei um die Konten handelt, zu denen die Opposition nun Zugang erhält, war zunächst nicht klar.

"5000 Soldaten nach Kolumbien"

Der amtierende US-Verteidigungsminister Patrick Shanahan äußerte sich derweil nur verhalten zu Spekulationen über einen möglichen Militäreinsatz der USA in Venezuela. Man beobachte die Lage in Venezuela sehr genau, sagte Shanahan bei einer Pressekonferenz im Pentagon. Zuvor hatte der nationale Sicherheitsberater John Bolton mit einem Notizblock Spekulationen über einen möglichen Einsatz des US-Militärs in dem krisengeplagten Land ausgelöst. Darauf war der handgeschriebene Vermerk "5000 Soldaten nach Kolumbien" zu lesen.

Shanahan sagte, er habe nicht mit Bolton über dieses Thema gesprochen. Er fügte hinzu, dass er die Angelegenheit nicht weiter kommentieren wolle. Die Regierung von Präsident Donald Trump hat militärische Schritte bisher explizit nicht ausgeschlossen. Trump sagte: "Alle Optionen sind auf dem Tisch."

als/dpa



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