"New York Times"-Gastbeitrag Guaidó berichtet von "heimlichen Treffen" mit Streitkräften

Venezuelas selbst ernannter Interimspräsident schreibt in der "NYT" über die Krise im Land - und wie der Machtkampf mit Nicolás Maduro "mit einem Minimum an Blutvergießen" beendet werden könnte.
Juan Guaidó

Juan Guaidó

Foto: FEDERICO PARRA/ AFP

US-Präsident Donald Trump hat sich im Machtkampf in Venezuela erneut klar hinter den selbst ernannten Interimspräsidenten Juan Guaidó gestellt. Mit Blick auf die neuen Demonstrationen gegen Staatschef Nicolás Maduro schrieb Trump bei Twitter : "Der Kampf für die Freiheit hat begonnen!"

Von "Freiheit" sprach am Mittwoch auch Guaidó selbst: "Es ist unsere Pflicht, Normalität wiederherzustellen - um das fortschrittliche und wohlhabende Land aufzubauen, von dem wir alle träumen", schrieb er in einem Gastbeitrag für die "New York Times" . "Aber zuerst müssen wir unsere Freiheit zurückholen."

In Venezuela tobt ein Machtkampf zwischen Maduro und Guaidó, der sich vor einer Woche zum Übergangspräsidenten erklärt hatte. Er will Maduro aus dem Amt drängen und Neuwahlen ausrufen. Unterstützt wird der 35-Jährige von den USA, vielen lateinamerikanischen und europäischen Ländern.

Der seit 2013 amtierende Maduro wirft den USA einen Umsturzversuch vor. Er kann auf China, Russland und seine Verbündeten Kuba, Bolivien und Nicaragua zählen. Außerdem unterstützt ihn derzeit noch die Führungsriege des im Land extrem einflussreichen Militärs.

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Reuters

Maduros Zeit laufe ab, er habe nicht länger die Unterstützung des Volkes, schrieb Guaidó nun in der "NYT". Um den Rückzug Maduros mit einem Minimum an Blutvergießen zu gestalten, müsse ganz Venezuela geeint handeln, schrieb Guaidó. "Dafür brauchen wir die Unterstützung von demokratiefreundlichen Regierungen, Institutionen und Einzelpersonen weltweit."

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Für den Wechsel brauche es außerdem die Unterstützung des Militärs. "Wir hatten heimliche Treffen mit Mitgliedern der Streit- und der Sicherheitskräfte", heißt es in dem Artikel. All jenen, die wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit nicht für schuldig befunden wurden, sei Amnestie angeboten worden. Einen solchen Straferlass hatte Guaidó schon vor Wochen in Aussicht gestellt (mehr zur wichtigen Rolle des Militärs in Venezuelas Machtkampf erfahren Sie hier).

Am Mittwoch gingen in Caracas erneut zahlreiche Menschen gegen Maduro auf die Straße. Sie schwenkten venezolanische Flaggen und zeigten Transparente mit der Aufschrift "Freiheit" und "Respektiert die Menschenrechte".

Bei einem Protestmarsch in der Zentraluniversität in Caracas sagte Guaidó, Venezuela sei eine Diktatur. "Wir wollen ein Ende der unberechtigten Machtübernahme und Neuwahlen." Er rief das Militär dazu auf, die Seiten zu wechseln und die dringend benötigten humanitären Hilfsleistungen ins Land zu lassen.

Angesichts der Abwerbeversuche und des wachsenden Drucks aus Washington schwor Maduro die Soldaten auf die Verteidigung des Landes ein. "Ich rufe die Streitkräfte zu einer großen militärischen Erneuerung auf, um zu garantieren, dass der nordamerikanische Imperialismus niemals einen Fuß auf unser Territorium setzt", sagte er am Mittwoch bei einem Truppenbesuch.

Vermittlungsversuch von Mexiko und Uruguay

Mexiko und Uruguay verfolgen in dem Konflikt eine Politik der Nichteinmischung und verhalten sich neutral. Nun luden die Regierungen der beiden Länder am Mittwoch zu einer internationalen Konferenz ein, um einen Dialog zwischen Regierung und Opposition in Venezuela anzustoßen.

Zu dem Treffen am 7. Februar in der uruguayischen Hauptstadt Montevideo sollen Vertreter von Ländern und Organisation kommen, die diese Haltung teilen. "Das Ziel der Konferenz ist, die Grundlage für neue Gespräche zwischen allen Kräften in Venezuela zu legen und Stabilität und Frieden für dieses Land zu erreichen", hieß es in einer Mitteilung  des mexikanischen Außenministeriums.

aar/dpa/AFP
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