Venezuela Juan Guaidó trifft deutschen Botschafter erstmals nach Ausweisung

Venezuelas Oppositionsführer Juan Guaidó ist erstmals nach dessen Rückkehr mit dem deutschen Botschafter Daniel Kriener zusammengekommen. Zuvor hatte der Diplomat schon mit Maduros Außenminister gesprochen.
Juan Guaidó nach Treffen mit Daniel Kriener (r): "Anerkennung unserer Übergangsregierung durch das deutsche Außenministerium"

Juan Guaidó nach Treffen mit Daniel Kriener (r): "Anerkennung unserer Übergangsregierung durch das deutsche Außenministerium"

Foto: Leo Alvarez/Prensa Presidencia Encargada/DPA

Der deutsche Botschafter Daniel Kriener und der selbsternannte venezolanische Interimspräsident Juan Guaidó haben sich nach monatelanger Pause erneut getroffen. Kriener war am vorvergangenen Wochenende in die deutsche Botschaft in Caracas zurückgekehrt, der Oppositionelle Guaidó kam nun von einer Reise durch Südamerika zurück.

Der deutsche Diplomat war von Präsident Nicolás MaduroAnfang März zur unerwünschten Person erklärt und des Landes verwiesen worden. Die Regierung hatte ihm Parteinahme für die Opposition vorgeworfen.

Anfang Juli hatte die venezolanische Regierung mitgeteilt, dass sie Kriener nicht länger als unerwünschte Person einstuft. Wenig später hatte sich Kriener daraufhin mit dem venezolanischen Außenminister Jorge Arreaza getroffen.

"Das Regime ist isoliert", sagte Guaidó nach dem Treffen mit Kriener vor der Nationalversammlung. "Dass wir den Botschafter heute willkommen heißen konnten und die Anerkennung unserer Übergangsregierung durch das deutsche Außenministerium zeigen, dass wir auf dem internationalen Parkett vorankommen."

Kriener hatte Guaidó gemeinsam mit anderen Diplomaten am Flughafen von Caracas erwartet. Der Oppositionelle hatte trotz eines laufenden Ermittlungsverfahrens und einer Ausreisesperre das Land verlassen. Mit dem Treffen am Flughafen wollten die Diplomaten laut der Nachrichtenagentur dpa verhindern, dass Guaidó bei seiner Rückkehr festgenommen wird.

Seit Januar liefern sich Maduro und Guaidó einen Machtkampf. Guaidó hatte sich im Januar selbst zum Übergangspräsidenten Venezuelas ernannt. Er wird von mehr als 50 Staaten anerkannt, darunter auch von Deutschland und den USA. Maduro wird dagegen von Ländern wie Russland gestützt - und weiß die venezolanische Militärführung hinter sich.

fek/dpa