Venezuela Geheimdienst soll Guaidós Bürochef entführt haben

Im Kampf um die Macht in Venezuela ist es offenbar erneut zu einer Eskalation gekommen: Oppositionschef Guaidó meldet die Festnahme eines engen Mitarbeiters durch das Maduro-Regime.

Juan Guaidó
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Juan Guaidó


Agenten des venezolanischen Geheimdienstes Sebin haben nach Angaben der Opposition den Bürochef des selbst ernannten Interimspräsidenten Juan Guaidó, Roberto Marrero, festgenommen. "Wir wissen nicht, wo er sich befindet. Er muss sofort freigelassen werden", schrieb Guaidó auf Twitter.

Die Geheimdienstbeamten hätten am frühen Morgen die Häuser von ihm und Marrero durchsucht, sagte der Fraktionschef der Oppositionspartei Voluntad Popular, Sergio Vergara. Auch sein Fahrer sei festgenommen worden. In dem Haus Marreros hätten die Agenten zwei Gewehre und eine Granate deponiert. Er rief die Uno-Menschenrechtskommissarin Michelle Bachelet dazu auf, sich für die Freilassung der Männer einzusetzen.

Die USA kritisierten den Geheimdiensteinsatz. "Die Vereinigten Staaten verurteilen die Razzien von Maduros Sicherheitskräften und die Festnahme von Roberto Marrero, Bürochef von Interimspräsident Guaidó", schrieb US-Außenminister Mike Pompeo auf Twitter. "Wir fordern seine sofortige Freilassung. Wir werden die daran Beteiligten verantwortlich machen."

Kolumbiens Außenminister Carlos Holmes Trujillo rief die "demokratische internationale Gemeinschaft" auf, Respekt für die "Freiheit, das Leben und die Unversehrtheit" der Politiker einzufordern.

Seit Wochen liefern sich Staatschef Nicolás Maduro und Oppositionsführer Guaidó einen erbitterten Machtkampf. Zwar haben viele vornehmlich westliche Länder Guaidó bereits als rechtmäßigen Übergangspräsidenten anerkannt, allerdings konnte er in Venezuela selbst noch keine echte Machtposition aufbauen.

asa/dpa



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