Opposition in Venezuela Guaidó-Verbündete suchen Schutz in ausländischen Botschaften

Venezuelas Staatschef Maduro geht immer härter gegen die Opposition vor. Zwei Abgeordnete haben sich deshalb in ausländische Botschaften geflüchtet.

Richard Blanco spricht vor Anhänger in Caracas (Juli 2017)
REUTERS/Andres Martinez Casares/File Photo

Richard Blanco spricht vor Anhänger in Caracas (Juli 2017)


Zwei venezolanische Oppositionsabgeordnete haben Zuflucht in ausländischen Botschaften in Caracas gesucht. Richard Blanco von der Partei Allianz der mutigen Leute fand Medienberichten zufolge in der argentinischen Botschaft Unterschlupf. Américo De Grazia von der Partei der Radikalen Sache kam laut dem Außenministerium in Rom in der Vertretung Italiens unter.

Nach einem gescheiterten Umsturzversuch geht Venezuelas Machthaber Nicolás Maduro immer härter gegen Verbündete seines Gegners Juan Guaidó vor. (Mehr dazu lesen Sie hier.) Guaidó hatte sich Ende Januar unter Berufung auf die Verfassung zum Übergangspräsidenten erklärt und wurde von mehr als 50 Staaten als solcher anerkannt, darunter die meisten lateinamerikanischen Staaten, die USA und viele europäische Länder. Kuba, Russland, China und eine Reihe weiterer Staaten unterstützen hingegen Maduro.

Blanco und De Grazia war ebenso wie acht weiteren Abgeordneten vom Obersten Gerichtshof Venezuelas die Immunität aberkannt worden. Die Opposition akzeptiert diese Entscheidung nicht und kritisiert, Maduro habe in dem Gericht seine Anhänger installiert.

In einem Tweet bedankte sich De Grazia bei seinen italienischen Gastgebern. "Ich werde der Narco-Diktatur nicht das Vergnügen verschaffen, mich als Trophäe zur Schau zu stellen und mich als Geisel zu benutzen", schrieb er ferner in Anspielung auf das Maduro-Regime. Wenige Tage zuvor war der Vizepräsident der von der Opposition dominierten Nationalversammlung, Édgar Zambrano, vom Geheimdienst Sebin festgenommen worden.

Angesichts der jüngsten Entwicklungen zeigte sich Guaidó offen für eine US-Militärintervention in dem südamerikanischen Land. "Sollten die USA eine Militärintervention vorschlagen, würde ich dies wahrscheinlich akzeptieren", sagte Guaidó der italienischen Tageszeitung "La Stampa".

US-Außenminister Mike Pompeo hatte ein militärisches Eingreifen seines Landes in Venezuela Anfang Mai als möglich bezeichnet. Die USA bevorzugten aber einen friedlichen Machtübergang.

asa/Reuters



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