Leopoldo López Venezuelas Oppositionschef zu 13 Jahren Haft verurteilt

Leopoldo López hatte Anfang 2014 zu Protesten gegen Venezuelas Präsidenten Nicolás Maduro aufgerufen. Deshalb hat ihn ein Gericht in Caracas nun zu einer langjährigen Haftstrafe verurteilt.

Oppositionspolitiker López (bei seiner Festnahme 2014): Lange Gefängnisstrafe
AP/dpa

Oppositionspolitiker López (bei seiner Festnahme 2014): Lange Gefängnisstrafe


Einer der prominentesten Widersacher des venezolanischen Staatschefs Nicolás Maduro muss für mehr als 13 Jahre ins Gefängnis. Ein Gericht in der Hauptstadt Caracas sprach den Chef der Oppositionspartei Voluntad Popular der Anstachelung zur Gewalt und Verschwörung schuldig. Richterin Susana Barreiros ordnete an, dass der 44-Jährige in einem Militärgefängnis außerhalb der Hauptstadt eingesperrt wird.

López hatte im Februar 2014 zu Demonstrationen gegen Maduros Regierung aufgerufen. Bei Straßenschlachten kamen in der Folge mehr als 40 Menschen ums Leben. Der Politiker betonte, dass er stets zu friedlichen Protesten in Venezuela aufgefordert habe.

López sitzt seit rund anderthalb Jahren hinter Gittern. Im Mai gelang es ihm, ein Video aus seiner Zelle zu schmuggeln. Darin rief er zu neuen Protesten gegen Maduro auf, Zehntausende folgten dem Appell. Im Juni trat er in einen 30-tägigen Hungerstreik, mit dem er die Regierung zu Parlamentswahlen bewegen wollte.

Die USA haben die Freilassung des Harvard-Absolventen zu einer der wichtigsten Bedingungen für die Normalisierung der Beziehungen zwischen beiden Staaten erklärt.

syd/dpa/AP/Reuters



insgesamt 17 Beiträge
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fxe1200 11.09.2015
1. Wundert mich nicht, dass der Herr einsitzt
Googelt man seinen Namen, so findet man überall die Begriffe "Kenyon College", Anwerbungen dort vom CIA, die Harvard Kennedy School mit direkten Verbindungen zum FBI, Michael Morrell, etc. Das die USA Venezuela destabilisieren wollen, ist kein Geheimnis, letztlich bekannt geworden durch die Installation einer Tageszeitung in Venezuela, die vom CIA finanziert wurde. Und dass López nicht nur "Oppositionspolitiker" ist, ist zumindest in Venezuela nichts Neues. Da sollte SPON auch einmal auf die andere Seite der Medaille schauen, ganz im Sinne einer ausgewogenen Berichterstattung.
sir.viver 11.09.2015
2. nun...
so ist das in Arbeiter- und Bauernparadiesen. Man nennt dies auch real existierender Sozialismus.
VirusXX 11.09.2015
3. Maduró el Dictador
Señor Maduro ist ein Herzloser Dictator der Wiedersacher einsperren läst. Korruption,Drogenhandel und Schmugel ist in Venezuela an der Tagesordung. ETA Terroristen gewährt er in Venezuela Unteschlupf.Maduro un seine Genossen zerstören das Land.Viva la Libertad.
abc-xyz 11.09.2015
4. Verhunzter Staat
Es wundert nicht, dass das venezolanische Regime auf dem letzten Loch pfeifend die Opposition unterdrückt. Venezuela ist bis auf die Knochen herunter gewirtschaftet und es wird schlimmer. In einem demokratischen Staat wäre Maduro schon längst abgelöst worden. Deswegen wird hier Widerstand zu Pflicht. Dieses Regime muss entfernt werden.
johannes.kepler 11.09.2015
5. Ein bisschen Kontext über die Proteste in meinem Land
Kurz vor dem Tag, als López zu Protesten aufgerufen hatte, hatten venezolanische Studenten schon zu Protesten wegen der sehr hohen Kriminalität in Venezuela aufgerufen. Eine Studentin wurde wieder in der Nähe einer Uni in Westvenezuela sexuell belästigt und als die Studenten sich beschwerten, wurden manche von ihnen festgenommen. So fing das an. Es gab mehr Proteste. Am Tag, als López dann zu den Protesten aufrief, gab es etwa 3 Tote und alle drei wurden eigentlich von Leibwächtern des Innenministers und Polizisten erschossen. Bei den Toten in den nächsten 4 Wochen handelt es sich dann um Menschen, die bei vielen Protesten im Lande von autonom agierenden Protestierenden, von Regimetreuen und einfach von den normalen Kriminellen im Lande getötet wurden. Die autokratische Regierung will all die an López zuschiessen. Die Popularität der Regierung ist im Keller. Venezuela hat die zweihöchste Mordrate der Welt (4 mal grösser als wenn der Putschist Chávez demokratisch gewählt wurde, vor 16 Jahren), die höchste Inflationsrate, Gewaltenteilung existiert nicht mehr und die Militärs und "Revolucionarios" haben die Korruption zu immer höheren Niveaus geführt. Im nationalen Fernsehsender lässt der Militär und Vorsitzende der Nationalversammlung Diosdado Cabello illegal aufgenommene Anrufe oder Emails von Oppositionellen zeigen und "interpretieren" (und alle Oppositionellen sind ja Vaterlandsverräter). Sozialdemokraten werden als "extrema derecha pro yankis" abgestempelt.
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