Uno-Bericht Schon mehr als 40 Tote nach Aufständen in Venezuela

Die Demonstranten wollten Venezuelas Präsident Maduro stürzen - viele bezahlten das mit ihrem Leben. Der Großteil wurde nach Angaben der Uno von regierungsnahen Kräften getötet.

Proteste in Venezuela
AFP

Proteste in Venezuela


Mindestens 40 Menschen sind bei den jüngsten Aufständen in Venezuela ums Leben gekommen. 26 von ihnen seien durch regierungsnahe Kräfte erschossen worden, sagte Rupert Colville, Sprecher des Uno-Hochkommissariats für Menschenrechte.

Der 23. Januar sei außerdem der Tag mit den meisten Festnahmen seit 20 Jahren gewesen. 696 Menschen seien verhaftet worden, unter ihnen seien 77 Kinder. An diesem Tag waren Hunderttausende Venezolaner auf die Straße gegangen, um gegen den amtierenden Präsidenten Nicolás Maduro zu demonstrieren. Anschließend hatte sich Oppoisitionsführer Juan Guiadó zum Staatschef erklärt.

Die Lage im Land bleibt angespannt. Präsident Maduro scheint an seiner Macht festzuhalten und die Staatsgeschäfte weiterzuführen. Zuletzt kündigte er an, gegen US-Sanktionen vorgehen zu wollen.

Gleichzeitig erhielt Guaidó Unterstützung aus dem Ausland: Nur wenige Minuten, nachdem der Oppositionsführer sich zum Übergangspräsidenten ernannt hatte, erkannte US-Präsident Donald Trump ihn als legitimen Interimsstaatschef an. Auch Brasilien sprach Guiadó seine Unterstützung aus.

Venezuela steckt in einer tiefen politischen und wirtschaftlichen Krise. Die Opposition wird unterdrückt, viele Regierungsgegner sitzen in Haft oder sind ins Exil geflohen. Aufgrund von Devisenmangel kann das einst reiche Land kaum noch Lebensmittel, Medikamente und Dinge des täglichen Bedarfs importieren. Rund drei Millionen Venezolaner sind bereits vor dem Elend ins Ausland geflohen.

lmd/rtr



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