Krise in Venezuela US-Außenminister hält Maduros Tage für gezählt

Die USA erhöhen den Druck auf Venezuelas Präsidenten Nicolás Maduro. US-Außenminister Pompeo sagte, er glaube, das Volk werde den Machthaber bald stürzen - und schloss eine Militärintervention nicht aus.

Mike Pompeo (bei einem Treffen mit Uno-Generalsekretär Antonio Guterres)
AFP

Mike Pompeo (bei einem Treffen mit Uno-Generalsekretär Antonio Guterres)


US-Außenminister Mike Pompeo geht davon aus, dass Venezuelas Staatschef Nicolás Maduro bald abdanken muss. "Ich bin zuversichtlich, dass das venezolanische Volk dafür sorgen wird, dass Maduros Tage gezählt sind", sagte Pompeo dem TV-Sender CNN. Er machte vor allem Maduro-treue Milizen für die Gewalt verantwortlich und rief das Militär auf, die Bürger Venezuelas zu schützen.

Der Außenminister betonte, dass Vorhersagen schwierig seien und zog einen Vergleich zu seiner Zeit als US-Soldat in Westdeutschland. 1989 habe auch niemand vorhergesehen, dass die Berliner Mauer fallen werde. Pompeo nannte Maduro einen "kranken Tyrannen", der humanitäre Hilfe brutal an den Grenzen abschmettere.

In einem Interview des Senders Fox News schloss Pompeo eine militärische Intervention in Venezuela nicht aus. "Wir haben gesagt, dass jede Option auf dem Tisch liegt", sagte er.

Mehrere Menschen starben bei Zusammenstößen

In Venezuela hatten sich die Spannungen zwischen Opposition und sozialistischer Regierung am Wochenende massiv verschärft. Der umstrittene Präsident Maduro lässt keine humanitäre Hilfe für die Bevölkerung ins Land. Bei Zusammenstößen an den Grenzen starben am Samstag mehrere Menschen, Hunderte weitere wurden verletzt.

Der selbsternannte Übergangspräsident Juan Guaidó rief die internationale Gemeinschaft auf, "alle Möglichkeiten" gegen den linksnationalistischen Staatschef Nicolás Maduro in Betracht zu ziehen. Guaidó hatte seine Anhänger aufgerufen, den Einlass der Lieferungen über die Grenze zu erzwingen. Nach dem Scheitern des Plans kündigte er an, ein für Montag anberaumtes Treffen der Lima-Gruppe in Bogota zu besuchen, an dem auch US-Vizepräsident Mike Pence teilnehmen soll.

Maduro zeigte sich unbeeindruckt und erklärte sich zum Sieger im Gefecht um die Hilfsgüter. "Der Staatsstreich (der Opposition) ist gescheitert", sagte er. Guaidó bezeichnete er als "Clown, Hampelmann, Marionette des US-Imperialismus".

Am Samstagabend sah die Nation den 56 Jahre alten Maduro in einer Übertragung des Staatsfernsehens in Caracas Salsa tanzen. "Ich bin stärker als jemals zuvor", sagte er. Zuvor hatte er bei einer Großkundgebung in Caracas die "faschistische Regierung von Kolumbien" attackiert und die diplomatischen Beziehungen zum Nachbarstaat abgebrochen.

feb/AP/dpa/Reuters

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