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23. Januar 2019, 23:29 Uhr

Aufstand in Venezuela

Militär stellt sich hinter Präsident Maduro

Nicolás Maduro hat sich im Machtkampf mit Juan Guaidó offenbar einen wichtigen Verbündeten gesichert: Laut Venezuelas Verteidigungsminister stehen die Soldaten des Landes auf Maduros Seite.

Im Machtkampf in Venezuela hat sich das Militär hinter Präsident Nicolás Maduro gestellt. "Die Soldaten des Vaterlandes akzeptieren keinen Präsidenten, der von dunklen Mächten eingesetzt wird, oder sich abseits des Rechts selbst einsetzt", twitterte Verteidigungsminister Vladimir Padrino. Zuvor hatte sich Parlamentschef Juan Guaidó zum Übergangspräsidenten erklärt.

In einer ersten öffentlichen Reaktion auf die versuchte Machtergreifung des Oppositionspolitikers sagte Maduro in einer Ansprache vom Balkon des Präsidentenpalasts in Caracas, die USA wollten mit Guaidó eine "Marionettenregierung" installieren. Absetzen könne ihn jedoch nur das venezolanische Volk.

"Wir sind die Mehrheit, wir sind die Freude, wir sind das Volk von Hugo Chávez Frías", rief Maduro seinen Anhängern zu. "Hier geht niemand unter, hier gehen wir zum Kampf." Maduro forderte das venezolanische Militär auf, die Reihen hinter seiner Regierung zu schließen, "zur Verteidigung der venezolanischen Demokratie", wie er erklärte: "Ich bitte die Streitkräfte um maximale Loyalität, maximale Einigkeit, maximale Disziplin."

Neben zahlreichen lateinamerikanischen Staatschefs hat sich auch der Präsident des Europäischen Rates, Donald Tusk, auf die Seite der Unterstützer des oppositionellen Juan Guaidó gestellt. "Ich hoffe, dass Europa die demokratischen Kräfte in Venezuela unterstützt. Das Parlament mit Juan Guaidó hat, anders als Maduro, ein demokratisches Mandat", twitterte Tusk.

Guaidó will den sozialistischen Präsidenten Nicolás Maduro stürzen, der nach seiner von Manipulationsvorwürfen begleiteten Wiederwahl am 10. Januar eine zweite Amtszeit angetreten hat. Internationale Proteste folgten, zahlreiche Staaten und internationale Organisationen bezeichneten die Wiederwahl als undemokratisch.

fek/dpa

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