Staatskrise Regierungsanhänger stürmen Parlament von Venezuela

In Venezuela eskaliert der Machtkampf: Anhänger von Präsident Maduro haben das oppositionell kontrollierte Parlament eingenommen. Die Angreifer kamen mit Stöcken und Böllern.

Demonstranten diese Woche in Venezuela (Archiv)
DPA

Demonstranten diese Woche in Venezuela (Archiv)


Regierungsanhänger haben das von der Opposition beherrschte Parlament in Venezuela gestürmt. Dutzende teils maskierte Angreifer mit Stöcken drangen in die Gärten des Parlaments ein und warfen Feuerwerkskörper.

Augenzeugen zufolge soll es sich um Schlägertruppen handeln, die den sozialistischen Präsidenten Nicolás Maduro unterstützen. Mindestens ein Abgeordneter der Nationalversammlung wurde verletzt. Auf Fernsehbildern waren zwei Menschen zu sehen, denen Blut über das Gesicht lief.

In dem Machtkampf zwischen Regierung und Opposition kamen seit Anfang April bereits mehr als 90 Menschen ums Leben. Bei einem Angriff Ende Juni waren das Innenministerium und der Oberste Gerichtshof aus einem Helikopter heraus beschossen worden.

Die nun im Parlament angegriffenen Abgeordneten hatten sich wegen des Nationalfeiertags, der an die Unabhängigkeit vom spanischen Kolonialreich 1811 erinnert, zu einer Sondersitzung versammelt. Zunächst seien Explosionen im Garten des Parlaments zu hören gewesen, berichteten Beobachter. Anschließend seien die Angreifer in das Innere des Gebäudes eingedrungen.

Venezuela gilt als Land negativer Superlative: Caracas ist eine der gefährlichsten Städte der Welt, das Land hat die höchste Inflation der Welt. Es fehlen Devisen, um ausreichend Lebensmittel und Medikamente einzuführen. Die Kindersterblichkeit ist dramatisch gestiegen. Maduro hofft vor allem auf einen steigenden Ölpreis, um die dramatische Versorgungskrise zu überwinden.

apr/dpa/AFP/Reuters

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