Venezuelas Staatschef Maduro "Uns gibt keine ausländische Regierung Befehle"

Venezuelas Staatschef Maduro hat die Sanktionsdrohungen von US-Präsident Trump harsch zurückgewiesen: Es werde eine "sehr entschlossene" Antwort geben.

Venezuelas Präsident Nicolas Maduro mit einer Mini-Ausgabe der Landesverfassung
Miraflores Palace/Handout via Reuters

Venezuelas Präsident Nicolas Maduro mit einer Mini-Ausgabe der Landesverfassung


Auf Venezuelas Straßen demonstrieren seit Monaten Menschen gegen die Regierung von Präsident Nicolás Maduro. Mit einer verfassunggebende Versammlung will er weitreichende Verfassungsänderungen auf den Weg bringen - und sich laut Opposition so seine Macht sichern. Auch US-Präsident Donald Trump drohte ihm deshalb bereits. Darauf hat Maduro nun gereizt reagiert: Die eigentliche Bedrohung gehe von den USA aus.

Er trete jetzt "mehr als je zuvor" für den Volksentscheid am 30. Juli ein, versicherte der sozialistische Präsident. "Unserem Vaterland gibt keine ausländische Regierung Befehle", sagte Maduro. Es werde eine "sehr entschlossene" Antwort auf die "Bedrohung des Empires" geben. Der Außenminister der Regierung in Caracas, Samuel Moncada, sagte, das venezolanische Volk werde "vereint auf die unverschämte Drohung eines fremdenfeindlichen und rassistischen Empires antworten".

US-Präsident Donald Trump hatte Nicolás Maduro zuvor angekündigt, sein Land werde "wirtschaftliche Maßnahmen" ergreifen, sollte die venezolanische Regierung an dem Referendum festhalten. "Die Vereinigten Staaten werden nicht dabei zusehen, wie Venezuela zerfällt", kündigte Trump an. Maduro sei "ein schlechter Führer, der davon träumt, ein Diktator zu sein".

Wegen der Drohungen berief Staatschef Maduro den Nationalen Verteidigungsrat ein. An einer Sitzung des Gremiums nahmen am Dienstag unter anderem Verteidigungsminister Vladimir Padrino López, der Präsident des Obersten Gerichtshofs, Maikel Moreno, und die Leiterin der Wahlbehörde, Tibisay Lucena, teil.

Video: Trump droht Maduro, Opposition ruft zu Generalstreik auf

Die Opposition kritisierte, Maduro wolle die verfassunggebende Versammlung, über die Maduro abstimmen lassen will, nahezu ausschließlich mit seinen Anhängern besetzen. Ziel sei es, um sich dann "diktatorische Vollmachten" geben zu lassen. Seit Monaten kämpft sie für eine Amtsenthebung Maduros, den sie für die schwere Wirtschaftskrise und die dramatischen Versorgungsengpässe im Land verantwortlich macht. Für Donnerstag rief die Opposition zum Generalstreik auf.

An einem von der Opposition veranstalteten Referendum gegen die von der Regierung geplante Verfassungsänderung hatten sich nach ihren Angaben am Sonntag 7,6 Millionen der insgesamt rund 19 Millionen wahlberechtigten Venezolaner im In- und Ausland beteiligt. Rund 98 Prozent der Teilnehmer lehnten demnach Maduros Vorhaben ab. Die Volksabstimmung wurde von Gewalt überschattet.

Venezuela versinkt seit Monaten im Chaos. Mehr als 90 Menschen sind seit Anfang April bei massiven Straßenprotesten gegen die Regierung gestorben. Das Land leidet unter der höchsten Inflation weltweit und einer akuten Versorgungskrise, überall fehlt es an Medikamenten und Lebensmitteln.

Proteste gegen Maduro
AFP

Proteste gegen Maduro

apr/AFP/AP

insgesamt 2 Beiträge
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werder11 19.07.2017
1. ein irrer
droht dem anderen, aber die venezolaner haben ihren irren gewählt und müssen nun sehen wie sie ihn wieder los werden - hoffentlich beim nächsten mal besser wählen !
dogeatdog 19.07.2017
2. Weltweiter Trend
Erschreckend, wie viele Anti-Demokraten mittlerweile das Sagen haben. Manche mehr links, manche mehr rechts. Das kann nur in einem großen Knall enden... Viele kleine Vorknalle sind ja bereits am Laufen...
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