Venezuela USA drohen Maduro mit neuen Sanktionen

Die US-Regierung und Oppositionsführer Juan Guaidó wollen den Druck auf Nicolás Maduro erhöhen: Venezuelas Machthaber muss mit finanziellen Einschränkungen und Streiks rechnen.

AFP/ PRESIDENCIA VENEZUELA

Die USA drohen mit neuen Sanktionen gegen Venezuelas Machthaber Nicolás Maduro. Die US-Regierung prüfe weitere Strafmaßnahmen, um den Zugriff auf Maduros finanzielle Mittel zu verstärken und seinem Regime das nötige Geld für einen Machterhalt zu entziehen, sagte US-Sicherheitsberater John Bolton dem TV-Sender Fox Business Network.

Der von den USA unterstützte Oppositionsführer Juan Guaidó will mit Streiks im öffentlichen Dienst den Druck auf Maduro erhöhen. Dazu führte er Gespräche mit Gewerkschaftsvertretern und drohte der Regierung mit neuen Protesten zum Sturz Maduros. "Sie dachten, der Druck sei bereits am Abflauen", sagte er auf einer Pressekonferenz. "Sie sollten aber wissen, dass der Druck gerade erst begonnen hat."

Guaidó war am Montag trotz einer drohenden Festnahme von einer Auslandsreise zurückgekehrt, um neue Proteste gegen Maduro anzuführen. Er hatte in Kolumbien, Brasilien, Argentinien, Paraguay und Ecuador um Unterstützung im Machtkampf mit Maduro sowie um humanitäre Hilfe für sein krisengeschütteltes Land geworben. Damit verstieß er gegen ein Reiseverbot, das das Oberste Gericht in Venezuela gegen ihn verhängt hatte, nachdem er sich Mitte Januar zum Interimspräsidenten ausgerufen hatte.

Die USA drohen Maduro für den Fall einer Festnahme mit Konsequenzen. Maduro äußerte sich am Dienstag erstmals seit Guaidós Rückkehr öffentlich. Er sprach von einer "verrückten Minderheit", die darauf aus sei, das Land zu destabilisieren, aber besiegt werde. Er beschuldigt Guaidó, einen von den USA gesteuerten Putschversuch anzuführen.

cte/Reuters

Mehr zum Thema


insgesamt 28 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
vodoo177 06.03.2019
1.
Maduro beschuldigt Guaidó, einen von den USA gesteuerten Putschversuch anzuführen. Wie kann Maduro solche absurden Statesments abgeben. Die Wahrheit ist >>>Der von den USA unterstützte Oppositionsführer Juan Guaidó will mit Streiks im öffentlichen Dienst den Druck auf Maduro erhöhen. Von Putsch also keine Spur. Immer diese oberflächlichen antiamerikanischen Reflexe.
eichenbohle 06.03.2019
2. Sanktionen nützen was?
Nordkorea, Kuba, Ostblockstaaten, El Salvador, Nicaragua, Libyen, Irak, Syrien, Russland, Iran, Venezuela und viele andere Länder seit 1945. https://www.wko.at/service/aussenwirtschaft/Laender-_oder_personenbezogene_Embargos_und_Sanktionen.html Und was hat es gebracht? Richtig, denen, die sowieso schon im unteren Bereich der Gesellschaft der jeweiligen Staaten hat es getroffen. Nicht der Oberschicht und Regierenden. Und schon gar nicht den Zielen, die man mit Sanktionen angeblich verfolgen wollte. Und wenn dann nichts mehr ging, und die Kräfteverhältnisse für den sogenannten Westen günstig waren, griff man zu Regime Changes oder Krieg. https://en.wikipedia.org/wiki/United_States_involvement_in_regime_change Sogar die Totalsanktionen gegen den Irak hat die Iraker nicht dazu gebracht sich gegen Hussein aufzulehnen. Da war es so schlimm, dass die UN eingreifen musste und die Lieferung von Öl gegen Lebensmittel anordnete. Nach 10 Jahren aushungern war dann der Irak sturmreif. https://en.wikipedia.org/wiki/United_States_involvement_in_regime_change https://en.wikipedia.org/wiki/Timeline_of_United_States_military_operations
pefete 06.03.2019
3. Das Problem
wird dann sein, dass das Volk darunter leiden muss. Der Herrscher lebt weiterhin in Saus und Braus!
tappi82b 06.03.2019
4. Mit aller Macht
Enorme wirtschaftliche und finanzielle Druckmittel haben die USA ganz sicher und sie treffen die Bürger des Landes und die Wirtschaft Venezuelas hart. Alles im Namen der Demokratie, oder doch eher aus Gier nach deren Ölreserven? Es ist ein beschämendes "Spiel" wenn die Erdöl-Einnahmen des Landes (8 Milliarden?) konfisziert werden, die Einfuhr von Lebensmitteln und Medikamenten damit verhindert wird, um dann eine große Show an der Grenze abzuhalten. Und unsere TV - Sender servieren uns die "Menschenmassen" einer anderen Demonstration als eine begeisterte Menge, die zum Flughafen gekommen ist. Merkwürdig, wie unsere Politiker sich über UN - Regeln hinwegsetzen und einen Typen für legitim erklären, der um eine ausländische Invasion in seine Heimat bittet! Die Zukunft Venezuelas sollte von Regierung, Opposition und Volk entschieden werden, und nicht durch das Aushungern der Bevölkerung durch die USA!
adal_ 06.03.2019
5. Failed state
Zitat von pefetewird dann sein, dass das Volk darunter leiden muss. Der Herrscher lebt weiterhin in Saus und Braus!
Ist es wirklich ein Problem? Was leistet denn der Maduro-Staat im Januar 2019 noch für die Bevölkerung? Januar 2019 ist der Termin, an dem die USA die Deviseneinnahmen für Venezuelas Ölexporte einfrieren. Zuvor wurden nämlich lediglich die Vermögen der Spitzenfunktionäre des Regimes in den USA eingefroren und ein Privatjet konfisziert. Maduros Macht ruht nur noch darauf, dass er seine absurd vielen Militärkommandeure prima bezahlt. Dafür braucht er Devisen.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.