Venezuela Regierung und Opposition nehmen Gespräche auf

Es ist ein kleiner Schritt: Regierung und Opposition in Venezuela haben jetzt mithilfe des Vatikans einen Dialog vereinbart. Auch der "aggressive Ton" soll abgeschwächt werden.

Nicolas Maduro
AP

Nicolas Maduro


Venezuelas Regierungschef Nicolás Maduro hat sich mit führenden Vertretern der Opposition zu Gesprächen getroffen. Dabei vereinbarten beide Seiten einen längeren Austausch. Bis zuletzt war nicht sicher, ob das Treffen wirklich zustande kommt.

Sie hätten sich auf eine "Plenarversammlung des nationalen Dialogs" verständigt, sagte Vatikan-Vertreter Claudio María Celli in Caracas. Seit kurzer Zeit versucht der Vatikan, in dem Konflikt in Venezuela zu vermitteln.

Beide Seiten wollen sich am 11. November in Caracas treffen, danach solle es einen langfristigen Dialog geben. Gleichzeitig kündigte der Oppositionsführer an, die Proteste weiterzuführen.

Die Opposition in dem wirtschaftlich schwer angeschlagenen südamerikanischen Land will die Amtsenthebung des unpopulären Präsidenten Maduro erzwingen, wogegen dieser mit allen Mitteln kämpft. Maduros Gegner streben einen Volksentscheid über die Amtsenthebung an. Doch die Wahlbehörde stoppte die dafür nötige Unterschriftensammlung.

In den Gesprächen soll es laut dem Verhandlungspapier um vier Themenbereiche gehen: Unter anderem um Frieden, Rechtsstaatlichkeit und Souveränität. Bei einem weiteren Treffen sollen auch vertrauensbildende Maßnahmen und ein Zeitplan für Wahlen besprochen werden.

Regierung und Opposition verpflichteten sich demnach auch, "den aggressiven Ton" in der politischen Debatte abzumildern. Regierungsvertreter Jorge Rodríguez sagte, mit dem Dialog solle Venezuela sich vom Weg der Gewalt abwenden.

Venezuela leidet seit dem Verfall des Ölpreises auf dem Weltmarkt unter einer schweren Wirtschaftskrise. Wegen der Versorgungsengpässe gab es zuletzt immer wieder Unruhen und Plünderungen, bei Protesten wurden mehrere Menschen getötet.

Fotostrecke

10  Bilder
Ausnahmezustand in Venezuela: Wie die Menschen leiden

mho/dpa/AFP



insgesamt 4 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
butzibart13 31.10.2016
1. die aktive Rolle des Vatikans
Wenn die Opposition aus zehn untereinander zerstrittenen Parteien besteht und die auch für die Nachfolge auf Maduro kein schlüssiges Rezept vorweisen können, hat natürlich der gut lachen, zumindest auch, wenn das Militär stillhält. Von Bedeutung kann die Einflussnahme des Vatikans sein, das sieht man ja auch bei seinen Befriedungsversuchen in Kolumbien und Kuba. In dem Sinne kann man nur hoffen, dass ein Konsens erreicht wird, der dem Land wirtschaftlich nutzt..
eckawol 31.10.2016
2. Nach einem Konsens zw. Maduro und Opposition kann zur Zeit
Zitat von butzibart13Wenn die Opposition aus zehn untereinander zerstrittenen Parteien besteht und die auch für die Nachfolge auf Maduro kein schlüssiges Rezept vorweisen können, hat natürlich der gut lachen, zumindest auch, wenn das Militär stillhält. Von Bedeutung kann die Einflussnahme des Vatikans sein, das sieht man ja auch bei seinen Befriedungsversuchen in Kolumbien und Kuba. In dem Sinne kann man nur hoffen, dass ein Konsens erreicht wird, der dem Land wirtschaftlich nutzt..
nur ein steigender Ölpreis dem Land wirtschaftlich nutzen. Denn der gesamte Wirtschaftskreislauf und der staatliche Apparat ist auf die Erwartung stets steigender Olpreise aufgebaut . Infolgedessen ist die staatliche Erdölgesellschaft (PDVSA) durch den ständigen Griff in die Kassen staatlicher Stellen pleite. Der notwendige und nachhaltige Umbau der Wirtschaft ( Industrie und Dienstleistung) sowie des Staatsapparates , um die Abhängigkeit vom Öl zu mildern, wird viel Zeit in Anspruch nehmen. Somit muß auch der Konsens so festgefügt sein, dass seine Stabilität den wirtschaftlichen Umbau abfedert.
thrashmail 31.10.2016
3.
Bei hohem Ölpreis ging es Venezuela auch schon dreckig. Das Problem dort ist ganz einfach die Unfähigkeit der Regierenden gekoppelt mit der ungezügelten Korruption. Außerdem wird sich Maduro nichts vorwerfen lassen denn schließlich hat der "Yankee imperialista" Schuld an allem.
mrjon 07.11.2016
4. Ich kann's nicht mehr hören, dass der gefallene Ölpreis Schuld sei...
Kann eine ernste Zeitschrift wie der Spiegel nicht ein kleines bisschen mehr recherchieren als dass immer wieder soetwas geschrieben wird wie "Venezuela leidet seit dem Verfall des Ölpreises auf dem Weltmarkt unter einer schweren Wirtschaftskrise." Bitte, liebe Journalisten,Venezuela hat in den vergangenen 15 Jahren (allesamt unter der jetzigen Regierung Chavez+Maduro) so viel Geld eingenommen wie noch nie in der Geschichte des Landes, eine unfassbare Menge an Geld, nur übertroffen von der unfassbaren Verschwendung, Misswirtschaft, Korruption und Heuchlerei einer Regierung, die ihr Volk - allermeistens den naiven Teil davon, der an dieses System geglaubt hat - komplett und skrupellos ausnutzt. Nach so einer Geld-Sintflut kann man doch nicht allem ernstes daher kommen und sagen, dass eine derartige Versorgungskrise wegen 2 Jahre fallender Preise entsteht. Bitte, habt mehr Respekt dem Leser gegenüber.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.