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Venezuela Präsident Maduro erklärt sich zum Wahlsieger

Als "Sieg des Volkes" feiert Präsident Nicolás Maduro das Ergebnis der hochumstrittenen Wahl in Venezuela und lässt sich zum Gewinner erklären. Der stärkste Oppositionskandidat fordert Neuwahlen wegen Betruges.

In Venezuela hat wie erwartet der sozialistische Präsident Nicolás Maduro nach Angaben der Wahlkommission die Wahl gewonnen.

Auf Maduro seien 5,8 Millionen Stimmen entfallen, teilte die Wahlkommission am Sonntag in Caracas mit. Der einzige Konkurrent Henri Falcón habe 1,8 Millionen Stimmen erhalten. Maduro sprach in einer ersten Reaktion von einem "Sieg des Volkes". Falcón sagte, er erkenne die Wahl wegen Unregelmäßigkeiten nicht an. "Für uns gab es keine Wahlen", erklärte er. Der Regierung warf Falcón vor, Wähler unter Druck gesetzt zu haben.

Das wichtigste Oppositionsbündnis MUD fürchtete vorab einen Wahlbetrug und boykottierte die Abstimmung. Im Vorfeld der Wahl hatten mehrere lateinamerikanische Länder, die USA und die Europäische Union angekündigt, die Wahl nicht anzuerkennen.

Die Wahlbeteiligung gab die Kommission mit 46,1 Prozent an. Zuvor hatte es in Kreisen der Behörde geheißen, sie liege bei rund 32 Prozent. Die Opposition sprach von weniger als 30 Prozent. Bei der Abstimmung im Jahr 2015 hatte die Wahlbeteiligung bei 80 Prozent gelegen.

Der Frieden und die Demokratie hätten an diesem historischen Tag des Vaterlandes triumphiert, schrieb Maduro nach der Bekanntgabe des Ergebnisses auf Twitter. Das Volk solle gemeinsam diesen Neustart feiern, der den Staat zu Wohlstand führe. Zudem sprach Maduro laut der venezolanischen Nachrichtenagentur von einem neuen Rekord: Noch nie habe ein Kandidat mit 47 Prozentpunkten Vorsprung eine Wahl in Venezuela gewonnen.

Maduro auf seiner Wahlparty

Maduro auf seiner Wahlparty

Foto: CARLOS GARCIA RAWLINS/ REUTERS

Falcón forderte eine neue Abstimmung in dem lateinamerikanischen Land. Nur so könne eine Antwort für Venezolaner gefunden werden, die an Hunger und an Krankheiten litten.

Venezuela steckt in der schwersten Krise seiner Geschichte. Wegen Devisenmangels kann das extrem ölreiche Land kaum noch Lebensmittel und Medikamente einführen. Der Internationale Währungsfonds rechnet für das laufende Jahr mit einem Einbruch der Wirtschaftskraft um 15 Prozent und einer Inflationsrate von mehr als 13.000 Prozent. Angesichts der humanitären Krise haben bereits Millionen Venezolaner das Land verlassen.

pad/Reuters/AFP/dpa
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