Krisenland Venezuela Oppositionschef Guaidó erhebt Foltervorwürfe

Venezolanische Soldaten sollen einen Putsch gegen Staatschef Maduro geplant haben - und einer von ihnen dafür zu Tode gefoltert worden sein. Das behauptet sein Gegner Guaidó. Die Justiz ermittelt.

Venezolanischer Soldat Rafael Acosta Arévalo
@jguaido/ Twitter

Venezolanischer Soldat Rafael Acosta Arévalo


Venezuelas Oppositionsführer Juan Guaidó hat nach dem Tod eines wegen angeblicher Putschpläne inhaftierten Marinesoldaten Foltervorwürfe erhoben. Der Korvettenkapitän Rafael Acosta Arévalo sei "brutal gefoltert" worden, erklärte der selbsternannte Übergangspräsident am Samstag. Er sprach von einem "abscheulichen Verbrechen".

Generalstaatsanwalt Tarek William Saab kündigte eine umfassende Untersuchung zu dem Todesfall an. Auf die Foltervorwürfe, die auch von Arévalos Frau und Menschenrechtsaktivisten erhoben wurden, ging er nicht ein.

Arévalo war einer von 13 Militärangehörigen, die wegen eines angeblichen Komplotts gegen den linksgerichteten Staatschef Nicolás Maduro festgenommen worden waren. Die Regierung in Caracas hatte am Mittwoch erklärt, einen Putschversuch vereitelt zu haben. Mehrere Offiziere hätten mit Unterstützung der USA, Kolumbiens und Chiles ein Attentat auf Maduro geplant.

Kommunikationsminister Jorge Rodríguez warf auch Guaidó eine Verwicklung in die angeblichen Putschpläne vor. Der selbsternannte Übergangspräsident wies die Anschuldigungen zurück.

In Venezuela herrscht seit Monaten ein erbitterter Machtkampf zwischen Maduro und Guaidó. Ende April war ein Putschversuch von Teilen der Streitkräfte gegen Maduro gescheitert.

Der umstrittene Staatschef kann nach wie vor auf den Rückhalt der Militärführung zählen und wird unter anderem von Russland unterstützt. Guaidó hatte sich am 23. Januar zum Übergangspräsidenten erklärt. Etwa 50 Staaten, darunter Deutschland und die USA, haben ihn anerkannt.

ele/AFP



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