Krisenstaat Weite Teile Venezuelas sind wieder ohne Strom

Die Regierung spricht von einem "elektromagnetischen Angriff", die Opposition macht Korruption und mangelhafte Wartung der Anlagen verantwortlich: Erneut ist in Venezuela großflächig der Strom ausgefallen.

Caracas im Dunkeln: In Venezuela müssen erneut zahlreiche Menschen ohne Strom auskommen
Yuri CORTEZ/ AFP

Caracas im Dunkeln: In Venezuela müssen erneut zahlreiche Menschen ohne Strom auskommen


Venezuela erlebt zum wiederholten Male einen massiven Stromausfall: Alle Bundesstaaten seien betroffen, teilte die Nichtregierungsorganisation Netblocks am Montag mit. Der Zugang zum Telekommunikationsnetz sei auf sechs Prozent gefallen.

Der Informationsminister Jorge Rodríguez sagte, erste Hinweise deuteten auf einen "elektromagnetischen Angriff" auf das Wasserkraftsystem hin, wie der staatliche Fernsehsender VTV berichtete. Die Behörden seien bereits dabei, die Stromversorgung wiederherzustellen. Nähere Details wurden nicht genannt.

Es gab in diesem Jahr bereits mehrere große Stromausfälle in dem südamerikanischen Krisenstaat. Nachdem Anfang März Teile des Landes mehr als hundert Stunden ohne Strom waren, machte Staatschef Nicolás Maduro einen von den USA und der Opposition geplanten Cyberangriff für den Zusammenbruch der Energieversorgung verantwortlich.

Die Regierungsgegner um den selbst ernannten Interimspräsidenten Juan Guaidó sprachen hingegen von verschleppten Investitionen, Korruption und mangelhafter Wartung der Anlagen. Auch für den aktuellen Stromausfall machte Guaidó die Regierung verantwortlich. Bei Twitter schrieb er: "Sie haben die Tragödie mit Rationierung im ganzen Land zu verheimlichen versucht, aber das Versagen ist offensichtlich: Sie haben das Stromnetz zerstört und haben keine Antworten."

Seit Januar liefern sich Maduro und Guaidó einen erbitterten Machtkampf. Guaidó ernannte sich im Januar selbst zum Übergangspräsidenten Venezuelas. Er wird von mehr als 50 Staaten anerkannt, darunter auch von Deutschland und den USA. Maduro hat dagegen den Rückhalt von Ländern wie Russland - und weiß die venezolanische Militärführung hinter sich.

aar/dpa/Reuters

insgesamt 4 Beiträge
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kosu 23.07.2019
1. die Wertegemeinschaft
Wird wohl keine Ruhe geben, bis Ihr Putsch geglückt ist! Man will der Mehrheit einen US - westlichen Diktator aufdrücken um Venezuela dann auspressen zukönnen!
common.sense 23.07.2019
2. "Den Sozialismus in seinem Lauf
hält weder Ochs noch Esel auf" - alle Anderen haben längst kapiert dass der nicht funktioniert.
biesi61 23.07.2019
3. Das Volk unterliegt einer barbarischen Wirtschaftsblockade
und ist Opfer massivster "Regime-Change-Aktivitäten" der USA, die das Wirtschaftsleben abwürgen. Deutschland steht, wie außenpolitisch leider viel zu oft, auf der Seite illegaler Putschisten und gegen die frei gewählte und damit rechtmäßige, von der überwältigenden Mehrheit der Menschen getragene Regierung!
smokiebrandy 23.07.2019
4. ...Mitte Juni fiel der Strom in großen Teilen Südamerikas aus...
... Brasilien , Chile , Uruguay und Argentinien waren betroffen. Hat die Mangelwirtschaft Maduros diesen Ausfall zu verantworten? Wenn ich die wüsten Anschlüsse von Stromleitungen in diesen Ländern sehe, liegt das eher im System. Aber das kann man auch in europäischen Ländern beobachten...fahren sie mal nach Pompeij und besuchen sie den Ort , das Stadtzentrum. Jede Klitsche hat da auch noch eine Klimaanlage...
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