Abgesperrte Zugänge nach Kolumbien Tausende Venezolaner stürmen über Grenze

Die humanitäre Lage in Venezuela spitzt sich weiter zu. Auch nachdem Präsident Maduro die Grenze zu Kolumbien schließen ließ, überqueren sie jeden Tag zahlreiche Venezolaner über Schleichwege.

Venezolaner auf der Simón-Bolívar-Brücke an der Grenze zu Kolumbien (Foto vom 29. März)
AFP

Venezolaner auf der Simón-Bolívar-Brücke an der Grenze zu Kolumbien (Foto vom 29. März)


Tausende Venezolaner haben im Westen des Landes die Grenzkontrollen überwunden und sind über eine Fußgängerbrücke ins Nachbarland Kolumbien geströmt. Medienberichten zufolge kletterten sie am Dienstag über ein von venezolanischen Sicherheitskräften quer gestellten Container auf der Brücke Simón Bolívar nahe der kolumbianischen Grenzstadt Cúcuta. "Die Situation ist sehr schwierig, wir leiden Hunger, haben kein Strom und kein Wasser", sagte ein Venezolaner der kolumbianischen Zeitung "El Tiempo". "Wir kommen nach Kolumbien auf der Suche nach Lebensmitteln."

Im Streit um die Lieferung von Hilfsgütern hatte der venezolanische Präsident Nicolás Maduro die Grenze zu Kolumbien am 23. Februar geschlossen. Dennoch überquerten jeden Tag zahlreiche Venezolaner über Schleichwege und durch den Fluss Táchira die Grenze. Sie kaufen in der Grenzstadt Cúcuta ein oder arbeiten dort und kehren oftmals abends wieder nach Venezuela zurück. Zuletzt führte der Fluss allerdings deutlich mehr Wasser und verhinderte so eine Überquerung zu Fuß.

lie/dpa



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