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07. Juni 2019, 23:21 Uhr

Krisenstaat

Mehr als vier Millionen Venezolaner haben das Land verlassen

Die schwere Wirtschaftskrise in Venezuela treibt immer mehr Menschen dazu, ihr Heimatland zu verlassen. Rund 1,3 Millionen Venezolaner leben bereits im Nachbarland Kolumbien.

Angesichts der andauernden politischen und wirtschaftlichen Krise in Venezuela verlassen immer mehr Menschen das südamerikanische Land. Allein seit November vergangenen Jahres kehrten eine Million Venezolaner ihrer Heimat den Rücken, wie das Uno-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) am Freitag in Genf mitteilte. Damit leben mittlerweile rund vier Millionen der etwa 31 Millionen Venezolaner im Ausland. 2015 waren es lediglich 695.000.

Allein rund 1,3 Millionen Venezolaner leben im Nachbarland Kolumbien. Peru hat rund 768.000 Menschen aufgenommen. Auch in Chile, Ecuador, Brasilien und Argentinien leben jeweils Hunderttausende Venezolaner. "Die Länder in Lateinamerika und der Karibik tun ihren Teil, um mit dieser unvergleichlichen Krise umzugehen", sagte der UNHCR-Beauftragte für Venezuela, Eduardo Stein. "Aber es kann nicht erwartet werden, dass sie das weiterhin ohne internationale Hilfe tun." Ein internationaler Hilfsplan für die venezolanischen Flüchtlinge ist erst zu 21 Prozent finanziert.

Venezuela leidet unter einer schweren Krise. Seit Monaten liefern sich Staatschef Nicolás Maduro und der selbst ernannte Interimspräsident Juan Guaidó einen erbitterten Machtkampf. Wegen fehlender Devisen kann das einst reiche Land zudem kaum noch Lebensmittel und Medikamente importieren. Immer wieder kommt es zu tagelangen Stromausfällen.

lie/dpa

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