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07. August 2017, 04:19 Uhr

Putschversuch in Venezuela

Zwei Tote bei Angriff auf Militärstützpunkt

In Venezuela haben Soldaten zu einem Putsch gegen den Präsidenten aufgerufen. Zwei der Angreifer seien bei dem "Terrorakt" getötet worden, sagte nun Maduro. Als Drahtzieher sieht er die USA und Kolumbien.

Nach einem Angriff auf einen Militärstützpunkt in Venezuela hat Staatschef Nicolás Maduro angekündigt, hart gegen die Verantwortlichen vorzugehen. "Das ist ein Terrorakt gegen die Streitkräfte", sagte er in seiner TV-Sendung "Domingos con Maduro". Sieben Personen seien festgenommen worden. Bei den meisten von ihnen handle es sich um Soldaten, die von "ultrarechten Gruppen" angeheuert worden seien.

"Die Rechnung wurde aus Miami und Kolumbien bezahlt", sagte Maduro. Einige der "Söldner und Terroristen" seien noch auf der Flucht, auch der Rädelsführer. Maduro unterstellt den USA und Kolumbien immer wieder, mit der Opposition einen Umsturz zu planen.

Maduro zufolge griffen am Sonntagmorgen rund 20 Bewaffnete den Komplex Paramacay an, er liegt in Valencia, 170 Kilometer westlich von Caracas. Die Angreifer seien zum dortigen Waffenlager vorgedrungen. Laut Maduro wurde Alarm ausgelöst, bei einem anschließenden Schusswechsel mit Soldaten seien zwei der Angreifer getötet und einer verletzt worden.

Einigen Beteiligten sei die Flucht gelungen. "Wir werden sie kriegen", sagte Maduro. Anführer soll der abtrünnige Militär Juan Caguaripano gewesen sein. Er werde von den USA protegiert und habe sich zuletzt in Miami, Panama und Kolumbien aufgehalten, sagte Maduro.

In einem Internetvideo stellt sich der Wortführer der Angreifer als Caguaripano vor: "Wir sind in gemeinsamer Rebellion mit dem mutigen venezolanischen Volk gegen die mörderische Tyrannei von Nicolás Maduro. Das ist kein Staatsstreich, sondern eine Aktion von Militärs und Zivilisten, um die verfassungsgemäße Ordnung wiederherzustellen und um das Land vor der totalen Zerstörung zu bewahren und um den Mord an unserer Jugend zu stoppen."

Video: Soldaten rufen zu Putsch auf

Bei Protesten in Venezuela kamen seit April mehr als 120 Menschen ums Leben. Seit der Einsetzung einer umstrittenen verfassungsgebenden Versammlung hat sich die Lage nochmals deutlich verschärft. Die kritische Generalstaatsanwältin Luisa Ortega wurde abgesetzt, sie darf das Land nicht verlassen.

Das Parlament, in dem die Opposition eine klare Mehrheit hat, ist nun de facto machtlos, da ihm die neue Versammlung übergeordnet ist - sie soll mindestens zwei Jahre tagen, neben der Reformierung der Verfassung wird sie alle relevanten politischen Entscheidungen treffen. Viele Staaten erkennen sie nicht an, Venezuela ist international zunehmend isoliert.

aar/dpa/AFP/Reuters

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