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Maduro vs. Guaidó US-Außenminister appelliert an Venezolaner

"Die USA stehen fest an eurer Seite": Der amerikanische Außenminister Mike Pompeo hat das venezolanische Volk aufgefordert, sich gegen Staatschef Nicolás Maduro zu wenden. Der wandte sich seinerseits ans Militär.

US-Außenminister Mike Pompeo hat sich mit einer Videobotschaft an die Menschen in Venezuela gerichtet und sie direkt aufgerufen, sich gegen Machthaber Nicolás Maduro aufzulehnen. "Jetzt ist die Zeit für einen Wandel", sagte Pompeo in dem Video, das er am Samstag auf Twitter verbreitete.

Er sicherte den Venezolanern, die sich auf die Seite des selbst ernannten Übergangspräsidenten Juan Guaidó gestellt haben, Unterstützung zu. "Die USA stehen in eurem Streben nach Freiheit und Demokratie fest an eurer Seite", sagte der US-Chefdiplomat.

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Die USA, die EU und zahlreiche andere Länder haben Guaidó anerkannt, der sich im Januar selbst zum Interimspräsidenten erklärte. De facto hat er aber kaum Macht und Einfluss in seiner südamerikanischen Heimat, zumal Maduro weiter über die Führung des Militärs und einen Großteil der Soldaten verfügt.

Deswegen lautet eine der drängendsten und umstrittensten Fragen in dem Konflikt, ob die USA militärisch eingreifen würden, um Maduro zu stürzten. Zahlreiche Venezolaner hoffen darauf, weil sie keine andere Möglichkeit für einen Machtwechsel sehen.

Die USA blieben in dieser Frage bisher jedoch vage. Am Mittwoch hatte Pompeo zwar verkündet, dass ein solches Eingreifen möglich sei. Nun twitterte er allerdings, dass seine Regierung "einen friedlichen Wandel" unterstütze. (Lesen Sie hier eine Analyse auf SPIEGEL Plus über die Rolle der USA in Venezuela .)

Präsident Maduro rief die Streitkräfte unterdessen zur Verteidigungsbereitschaft gegen eine "imperialistische Verschwörung" auf. Im Bundesstaat Cojedes besuchte er am Samstag ein Manöver, an dem 5000 Soldaten teilnahmen. "Eine Handvoll Verräter, die sich an die USA verkaufen, werden nicht die Ehre unserer Streitkräfte beflecken", sagte Maduro auf dem Militärstützpunkt El Pao.

Militärhubschrauber abgestürzt

Bei dem Absturz eines Militärhubschraubers, der nach Angaben des kolumbianischen Fernsehsenders NTN24 den Flug Maduros zu der Garnison begleitet hatte, waren zuvor alle sieben Menschen an Bord gestorben. Die Unglücksursache war zunächst unbekannt.

Am Dienstag hatten sich bei einem gescheiterten Militäraufstand einige Uniformierte dem selbst ernannten Interimspräsidenten Juan Guaidó angeschlossen. Die Staatsanwaltschaft erließ daraufhin 18 Haftbefehle gegen Militärs und Zivilpersonen wegen Landesverrats. Von einem Haftbefehl gegen Guaidó wurde nichts bekannt. Maduro vermeidet bisher die direkte Konfrontation mit seinem Herausforderer.

Russland und die USA beschuldigen sich gegenseitig, die Krise in Venezuela zu verschärfen. Während Washington hinter Guaidó steht, unterstützt die russische Regierung Maduro.

Am Sonntag wollte sich Russlands Außenminister Sergej Lawrow mit seinem venezolanischen Kollegen Jorge Arreaza treffen, um über die Zukunft Venezuelas zu beraten. Man werde in Moskau über mögliche Lösungen des Machtkampfs im Rahmen der venezolanischen Verfassung sprechen, teilte das russische Außenministerium am Samstag mit. Es solle auch um die wirtschaftliche Lage nach den US-Sanktionen gegen die Führungsriege um Maduro gehen, hieß es.

lov/AFP/dpa