Venezuela USA erhöhen Druck auf Maduros Umfeld

Washington hat weitere Strafmaßnahmen gegen Personen aus dem Umfeld des venezolanischen Staatschefs verhängt. 49 Personen seien US-Visa entzogen worden.

Anhänger von Maduro in Caracas
AFP

Anhänger von Maduro in Caracas


Das US-Finanzministerium belegte sechs führende Vertreter aus dem Sicherheitsapparat der venezolanischen Regierung unter Nicolás Maduro mit Sanktionen. Sie hätten die Blockade von Hilfslieferungen gesteuert und so die humanitäre Krise in Venezuela verschärft, hieß es zur Begründung.

Venezuela steckt derzeit in einem erbitterten Machtkampf zwischen Maduro und dem selbst ernannten Interimspräsidenten Juan Guaidó. Am vergangenen Wochenende war Guaidós Versuch gescheitert, Hilfsgüter von Kolumbien und Brasilien aus nach Venezuela zu bringen. An Grenzübergängen kam es zu schweren Auseinandersetzungen mit venezolanischen Sicherheitskräften.

Durch die Sanktionen wird etwaiges Vermögen der Betroffenen in den USA eingefroren. Außerdem ist es US-Bürgern verboten, mit ihnen Geschäfte zu machen. Die USA haben bereits eine ganze Reihe von Sanktionen gegen das Maduro-Regime verhängt. Die Regierung von US-Präsident Donald Trump unterstützt Guaidó und versucht seit Wochen, Maduro zum Rückzug zu drängen.

Der US-Beauftragte für Venezuela, Elliott Abrams, sagte in Washington, die US-Regierung habe außerdem Dutzende Personen aus dem Umfeld Maduros mit Visa-Restriktionen belegt. Das Außenministerium teilte mit, bereits 49 Personen sei ein Visum entzogen worden. Man arbeite weiter daran, den Druck auf das Regime zu erhöhen.

Interimspräsident Juan Guaidó in Paraguay
DPA

Interimspräsident Juan Guaidó in Paraguay

Während die USA wegen der Blockade von Hilfslieferungen Sanktionen gegen Venezuelas Regierung verhängten, stellte Russland ihr Getreidelieferungen in Aussicht: Russlands Außenminister Sergej Lawrow sprach gegenüber der venezolanischen Vizepräsidentin Delcy Rodríguez bei einem Treffen in Moskau von "massiven Getreidelieferungen" und Arzneimittelhilfen. Damit wolle Russland laut Lawrow der Regierung in Caracas bei der Bewältigung der "wirtschaftlichen und sozialen Schwierigkeiten" helfen. Russland und die USA beschuldigten sich gegenseitig, Hilfslieferungen zu politischen Zwecken zu instrumentalisieren.

Guaidó besucht derzeit Paraguay, um Unterstützung für seinen Regierungswechsel zu finden. Nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters sagte er, 600 Militärs hätten sich von der Regierung Maduros abgewandt. Bisher unterstützt der Großteil der venezolanischen Streitkräfte den amtierenden Präsidenten.

mal/dpa/Reuters/AFP

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