Venezuela USA kündigen weitere Sanktionen gegen Maduros Umfeld an

Der Druck auf das Regime von Nicolás Maduro wächst weiter: Die USA wollen weitere Strafmaßnahmen gegen Regierungsbeamte in Venezuela verhängen. Zudem kritisiert US-Vizepräsident Pence die Rolle Kubas.

Nicolás Maduro
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Nicolás Maduro


Die US-Regierung hat weitere Sanktionen gegen das Umfeld des venezolanischen Staatschefs Nicolás Maduro angekündigt. Washington werde 77 Visa von Regierungsbeamten und deren Angehörigen widerrufen, sagte US-Vizepräsident Mike Pence. "Wir werden das Maduro-Regime so lange zur Rechenschaft ziehen, bis Venezuela wieder frei ist", sagte er.

Dass der sozialistische Staatschef noch im Amt ist, hat er aus Sicht von Pence auch Kuba zu verdanken: "Die Wahrheit ist, dass Maduro sich nur dank der Brutalität seiner Anhänger und der Hilfe aus dem kommunistischen Kuba an der Macht hält." Maduro sei kein venezolanischer Patriot, sondern eine Marionette Kubas, zitierte er US-Präsident Donald Trump.

In dem Machtkampf in Venezuela unterstützen die USA genauso wie Deutschland und insgesamt mehr als 50 Nationen den selbst ernannten Übergangspräsidenten Juan Guaidó. Am Mittwoch hatte Washington ausländische Banken gewarnt, mit der Regierung Maduros Geschäfte zu machen. Der nationale Sicherheitsberater John Bolton drohte mit Sanktionen gegen Finanzinstitute, die "unrechtmäßige" Transaktionen ermöglichten, von denen Maduro und sein "korruptes" Netzwerk profitieren könnten.

Guaidó: Ausweisung des Botschafters ist "Drohung gegen Deutschland"

Die Regierung Maduros hatte am Mittwoch den deutschen Botschafter in Venezuela, Daniel Kriener, zur unerwünschten Person erklärt und ihm 48 Stunden gegeben, das südamerikanische Land zu verlassen. Maduro wirft dem Diplomaten vor, sich in die inneren Angelegenheiten Venezuelas eingemischt zu haben.

Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) kritisierte die Maßnahme und erklärte, er habe entschieden, den Botschafter zu Konsultationen zurück nach Deutschland zu rufen. Guaidó sagte im Interview mit dem SPIEGEL zu dem Fall: "Venezuela lebt in einer Diktatur, dieses Vorgehen stellt eine Drohung gegen Deutschland dar."

Kriener hatte am Montag gemeinsam mit anderen Diplomaten aus Europa, Lateinamerika und den USA Guaidó am Hauptstadtflughafen Maiquetía erwartet. Dem Oppositionsführer drohte die Festnahme, weil er trotz eines laufenden Ermittlungsverfahrens und einer Ausreisesperre das Land verlassen hatte.

aev/dpa



insgesamt 14 Beiträge
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Fuscipes 07.03.2019
1.
Die Wahrheit ist auch dass Pence und Konsorten sich nur dank der Brutalität seiner Anhänger und der Hilfe aus dem westlichen Europa an der Macht hält. "Wir werden das Orange-Regime so lange zur Rechenschaft ziehen, bis Tacka- Tucka-Land wieder frei ist" Bevor in Venezuela die nächste Marionette der Peacemaker etabliert wird, warum kümmern sich Washingtons Laffen nicht um ihren eigenen Dreck?
nixkapital 07.03.2019
2. ...
Venezuela ist ein trauriges Beispiel dafür, wie es heute um die Welt bestellt ist. Aus den gutgemeinten Anfängen eines Chavez wird am Ende wohl doch wieder ein Selbstbedienungsladen für die herrschenden Cliquen. Interessant ist das Land aufgrund seiner riesigen Ölvorräte. Das ruft die USA auf den Plan, die wieder einmal unter dem Vorwand der Demokratisierung und Menschenrechte (die sie selbst unbestraft mit Füßen treten) nach den Quellen für ihren unreflektierten Konsum greifen. Im Kielwasser der USA greift auch die EU und gerade Deutschland rechtswidrig in die Geschehnisse in Venezuela ein und verhelfen der USA zur Eskalation. An der Schraube wird nun fleißig weitergedreht, um einen Bürgerkrieg zu provozieren, der dann wiederum den USA zum militärischen Eingreifen verhilft. Die Ölquellen sind ja heute auf dem Papier schon aufgeteilt. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis Venezuela "befreit" wird. Das Drehbuch dazu liegt offen da.
benot 07.03.2019
3. Guaido bringt Freiheit
Der von ausländischen Staaten zum Interimspräsident erkorene Guaido hat sich im jüngsten Interview auch schon über den Frieden, den er Venezuela bringen wird, geäussert: "Wir werden dafür sorgen, dass alle, die nicht mit der Diktatur kooperieren wollen, keine Repressalien zu befürchten haben."
Fuscipes 07.03.2019
4.
"Das ruft die USA auf den Plan", aber warum, es ist Aufgabe der Venezuelaner/Innen den innerstaatlichen Konflikt nicht ausarten zu lassen, habe die Hoffnung noch nicht begraben, das Gehabe der politisch Auserkorenen hat ein desaströses Ausmaß erreicht, eine Umkehr ist hoffentlich noch möglich, denn eines ist sicher, die Leidtragenden eines Bürgerkrieges sind nicht diejenigen, die völlig destruktiv die nächste Katastrophe in Angriff nehmen. Man darf als EU Stellung beziehen, aber nicht so. Wir hatten schon mal Außenminister, denen man sowas nicht erst erklären mußte, da sollte man wieder hin.
gastdiplomat 07.03.2019
5. ich stimme Ihnen zu...
Zitat von nixkapitalVenezuela ist ein trauriges Beispiel dafür, wie es heute um die Welt bestellt ist. Aus den gutgemeinten Anfängen eines Chavez wird am Ende wohl doch wieder ein Selbstbedienungsladen für die herrschenden Cliquen. Interessant ist das Land aufgrund seiner riesigen Ölvorräte. Das ruft die USA auf den Plan, die wieder einmal unter dem Vorwand der Demokratisierung und Menschenrechte (die sie selbst unbestraft mit Füßen treten) nach den Quellen für ihren unreflektierten Konsum greifen. Im Kielwasser der USA greift auch die EU und gerade Deutschland rechtswidrig in die Geschehnisse in Venezuela ein und verhelfen der USA zur Eskalation. An der Schraube wird nun fleißig weitergedreht, um einen Bürgerkrieg zu provozieren, der dann wiederum den USA zum militärischen Eingreifen verhilft. Die Ölquellen sind ja heute auf dem Papier schon aufgeteilt. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis Venezuela "befreit" wird. Das Drehbuch dazu liegt offen da.
aber wenn ich die Berichterstattung der letzten Wochen auf SPON beobachte, werde ich das Gefühl nicht los, dass es hier nicht nur um das Öl geht. Vielmehr wird das "System-Links" unter Beschuss genommen. Herr Glüsing arbeitet sich so einseitig an diesem Thema ab, dass es doch schon sehr auffällt. Foren werden hier sehr schnell geschlossen, wenn Meinungen nicht konform mit dem Sprachrohr der SPON Redaktion einhergehen. Es wird ein Interview mit einem Faschisten geführt dem völlig egal ist, was mit seinem Land passiert. Das System muss weg, und das mit aller macht. Weder wurde hier auf die Herkunft des Herrn Guidós eingegangen, noch auf das bestreben der Regierung Venezuelas für Gespräche zwischen Opposition und Regierung. Ganz zu schweigen von einem Herrn Namens Andrés Felipe Rojas der am Rande der Lima Gruppe öffentlich zum Mord an Maduro und Senator Gustavo Petro aufrief. https://twitter.com/petrogustavo/status/1100721258436669440 Wenn ich an die Textzeile vor drei Tagen auf SPON denke in der es hieß, dass das sterben der Zeitungen auch den Verlust von Demokratie bedeute, kann ich nur müde lächeln. Es ist ein Desaster welches uns hier vor die Augen gesetzt wird. Und bevor die witzigen Trolle mit ihrer Unkenntnis wieder hier schriftlich zuschlagen, NEIN! ich bin kein Maduro Sympathisant. Mich treibt ein gesunder Menschenverstand und damit wäre dann auch schon alles gesagt. Mit freundlichen Grüßen aus Ecuador!
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