Konflikt mit den USA Venezuela verhängt Einreiseverbot für US-Politiker

Eskalation im Streit zwischen Venezuela und den USA: Präsident Maduro kündigt eine Visapflicht für US-Bürger an - und verhängt ein Einreiseverbot gegen etliche US-Politiker, darunter Ex-Präsident Bush und Ex-CIA-Chef Tenet.

Präsident Nicolás Maduro: Keine Entspannung im Konflikt mit den USA
AFP

Präsident Nicolás Maduro: Keine Entspannung im Konflikt mit den USA


Caracas - Die Regierung Venezuelas hat ein Einreiseverbot gegen den früheren US-Präsidenten George W. Bush und andere prominente Politiker aus den USA verhängt. Auch Ex-Vizepräsident Dick Cheney, der ehemalige CIA-Chef George Tenet und mehrere Kongressmitglieder stehen auf der Liste der unerwünschten Personen. Damit antworte Caracas auf ein Einreiseverbot der USA für venezolanische Regierungsmitglieder, sagte Präsident Nicolás Maduro am Samstag.

Er habe zudem das Außenministerium angewiesen, die Belegschaft der US-Botschaft in Caracas von 100 auf 17 Mitarbeiter zu reduzieren, um einen Gleichstand mit dem Personalstand der venezolanischen Botschaft in Washington zu erreichen.

Die USA hatten Anfang Februar beschlossen, mehreren venezolanischen Regierungsmitgliedern die Einreise in die USA zu verweigern. Es handelte sich um Verantwortliche für Menschenrechtsverletzungen und Korruptionsfälle, teilte das State Departement mit. Die Namen der Betroffenen wurden nicht veröffentlicht.

Beide Staaten pflegen ein schlechtes Verhältnis - seit Jahren

Präsident Nicolás Maduro hatte in der Folge die Einführung einer Visapflicht für alle US-Bürger angekündigt. Die Visapflicht diene "dem Schutz unseres Landes", sagte der Linkspolitiker vor Anhängern in der Hauptstadt Caracas. Die Entscheidung sei gefallen, nachdem ein US-Pilot im westlichen Staat Tachira wegen des Verdachts "verdeckter" Spionageaktivitäten festgenommen worden sei. Einzelheiten zu der Festnahme nannte er nicht.

Die Beziehungen zwischen den USA und Venezuela sind seit Ende des vergangenen Jahrtausends angespannt. Washington verhängte erst im Dezember Sanktionen gegen den südamerikanischen Staat. Die US-Regierung wirft Maduros Regierung vor, durch das harte Vorgehen der Sicherheitskräfte gegen Anti-Regierungs-Proteste Anfang 2014 die Rechte der Demonstranten verletzt zu haben.

mhe/dpa/afp



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grinder7 01.03.2015
1. Ich mus schunzeln ;)
Beide Staaten pflegen ein schlechtes Verhältnis - seit Jahren Das inVenezuela geförderte Öl ist stark mit Teeren versetzt. Teuer zu Fördern und noch teurer zu raffinerieren. Gäb es diese Schwiierigkieten nicht wären sie das neue SaudiArabien. Die einzige! Raffenerie die dieses Öl verarbeiten kann gibts in Süd Texas und ist für 70% der Exporte zuständig. Denkt mal nach bevor ihr in nem Rechts/Linkem Kreuzzug veharrt, das Säbelgerassel sowohl bei Venezuela als auch der USA wird nur zur *belustigung* des Volkes betrieben
Meconopsis 01.03.2015
2. Götterdämmerung
Maduro und seine Regierung sind definitiv auf dem absteigenden Ast. Das, was von der venezolanischen Wirtschaft noch übrig ist, befindet sich auf Talfahrt. Und dafür sind wirklich nicht alleine die USA verantwortlich. Schade, dass der Chavismus so endet. Nicht alles daran war schlecht. Maduro hat kein Charisma, er ist nicht nur mittelmäßig als Präsident, er ist richtig schlecht. Es ist immer dasselbe. Wenn ein System so einseitig auf einen charismatischen Führer zurechtgeschnitten ist, dann ist der Zusammenbruch meist schon vorprogrammiert. Kuba mag da eine Ausnahme machen, aber dort finden sich in der zweiten Reihe nach den Castros durchaus eine Menge intelligenter Leute, und die kubanische Staatsführung ist bei weitem nicht so korrupt wie die venezolanische.
K.Mett. 01.03.2015
3. Wie albern von Maduro
Das ist so, als würde man einem Weinliebhaber verbieten Ötteringer zu trinken. ;)
rickmarten 01.03.2015
4. Unendliches Öl-Potential
Venezuela hat mit 297 Mio Fass gesicherter Öl-Reserven erstmals Saudi Arabien, wo diese Reserven seit Jahren stagnieren (Venezuela seit 2009 +40%), bei den Reserven überholt. Leider kann das Land diesen Schatz nicht heben wegen veralteter Infrastruktur und Fehlen eigener Fördertechnik. Nur ein Drittel sind superschwere Öle im Orinaco Gürtel. Für die USA ist Venezuela ein äußerst wichtiges Land in seiner Nachbarschaft.
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