Guaidós Meuterei-Aufruf Venezuelas Verteidigungsminister gelobt Maduro die Treue

In Venezuela hat Oppositionsführer Guaidó am Dienstag zur Meuterei gegen Machthaber Maduro aufgerufen. Schlüsselfrage: Wer hat das Militär auf seiner Seite?

Cristian Hernßndez/ Agencia EFE/ imago images

Der Machtkampf in Venezuela zwischen dem selbst ernannten Interimspräsidenten Juan Guaidó und dem Staatschef Nicolás Maduro ist voll entbrannt.

Dabei ist unklar, auf welche Seite sich die Streitkräfte schlagen werden.

Der venezolanische Verteidigungsminister Vladimir Padrino stellte sich hinter die Regierung von Maduro. "Die Streitkräfte verteidigen die Verfassung und die legitimen Autoritäten", schrieb er auf Twitter. "Alle militärischen Einheiten melden Normalität in ihren Kasernen und Stützpunkten und befinden sich unter der Befehlsgewalt ihrer Kommandeure."

Zuvor hatte Guaidó sich an der Seite einiger Soldaten gezeigt und die Endphase seiner "Operation Freiheit" eingeläutet. Er rief weitere Einheiten dazu auf, sich ihm anzuschließen und Maduro aus dem Amt zu drängen. Eigenen Angaben zufolge hatten Soldaten am Dienstagmorgen (Ortszeit) den seit Jahren inhaftierten Oppositionsführer Leopoldo López aus dem Hausarrest befreit.

Guaidó spricht von "Operation Freiheit"

Die regierenden Sozialisten riefen ihre Anhänger zur Verteidigung des Präsidentenpalastes Miraflores auf. "Genossen, die Rechten wollen dem Volk seine Erfolge entreißen. Ich lade alle ein - das Volk von Venezuela, die Milizen, die sozialistische Partei - zum Palast von Miraflores zu kommen, um die Revolution, Nicolás und das Erbe von Hugo Chávez zu verteidigen", sagte der Präsident der regierungstreuen verfassungsgebenden Versammlung, Diosdado Cabello.

Guaidó wird unter anderem von den USA, Brasilien und zahlreichen EU-Staaten als legitimer Übergangspräsident angesehen. Die westlichen Länder drängen Maduro zu Neuwahlen.

In dem Video, das Guaidó auf Twitter verbreitete, sagte er: "Die Operation Freiheit beginnt heute, tragt sie auf die Straße." Es wurde offenbar im Morgengrauen in Caracas aufgenommen, Zeitpunkt und Ort lassen sich allerdings nicht überprüfen.

Guaidó spricht darin die Angehörigen der Streifkräfte direkt an ("Tapfere Soldaten! Tapfere Patrioten!") und sagte, es beginne die "Rekonstruktion unserer nationalen Souveränität". In einem weiteren Tweet schrieb er Minuten später, er habe sich mit den "wichtigsten militärischen Einheiten getroffen, um die finale Phase der Operation Freiheit einzuleiten".

vks/dpa



insgesamt 33 Beiträge
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DougStamper 30.04.2019
1. 2 Dinge bleiben zu hoffen
Egal wie das in Venezuela ausgeht, es bleiben 2 Dinge zu hoffen: 1. das das Volk zu einem normalzustand mit anständiger Versorgung zurückkehren kann und das sich 2. sowohl putin als auch mad donnie im Griff haben. Das letzte was dieses Land braucht ist eine militärische Intervention von außen.
Eine Stimme der Vernunft 30.04.2019
2. Sehr mutig von Präsident Guaidó
Guaidó ist ein toller Präsident, der mich sehr beeindruckt. Einen Diktator wie Maduro auf eine solche Weise zu stürzen ist eine Klasseleistung. Ich hoffe sehr, dass es gelingt und die Menschen in Venezuela wieder in Freiheit leben können. Aber ich denke tatsächlich jetzt ist es soweit. Maduro ist am Ende. Er ruft sein letztes Aufgebot zusammen, bald ist Maduro Geschichte. Ich drücke Guaidó fest die Daumen, viel Glück Guaidó.
Melanthes 30.04.2019
3. Hornberger Schießen, die 100ste
Wenn Maduro den Fehler macht, Lopez und Guaido mit Gewalt festzusetzen oder zu töten, ist eine folgende US-Invasion ziemlich wahrscheinlich. Es liegt also an ihm selbst. Hält er sich wie zu erwarten zurück, kann er noch einige Zeit in Ruhe der allmählichen Erosion seiner Macht zusehen.
joergb. 30.04.2019
4.
Zitat von Eine Stimme der VernunftGuaidó ist ein toller Präsident, der mich sehr beeindruckt. Einen Diktator wie Maduro auf eine solche Weise zu stürzen ist eine Klasseleistung. Ich hoffe sehr, dass es gelingt und die Menschen in Venezuela wieder in Freiheit leben können. Aber ich denke tatsächlich jetzt ist es soweit. Maduro ist am Ende. Er ruft sein letztes Aufgebot zusammen, bald ist Maduro Geschichte. Ich drücke Guaidó fest die Daumen, viel Glück Guaidó.
Man muss sich bei diesen Kommentar echt fragen, was möchte die Stimme der Unvernunft uns sagen? Ich kann beim besten Willen, außer Loblieder auf einen "Putschisten" und "sogenannten Präsident",nix Substanzielles erkennen. Man, wann werden die rechten Schlaumeier und Faschisten-Freunde sich einfach einmal aus den inneren Angelegenheiten eines soveränen Staates raus halten. By the way, Manduro ist ein Volltrottel und jetzt sichtbar ein Autokrat, aber ein Diktator handelt anders. Das Profile für einen Diktators bedienen die Rechten einfach besser und da haben diese Totengräber der Demokratie ja ausreichend Erfahrung in Mittel- und Südamerika.
World goes crazy 30.04.2019
5.
Zitat von MelanthesWenn Maduro den Fehler macht, Lopez und Guaido mit Gewalt festzusetzen oder zu töten, ist eine folgende US-Invasion ziemlich wahrscheinlich. Es liegt also an ihm selbst. Hält er sich wie zu erwarten zurück, kann er noch einige Zeit in Ruhe der allmählichen Erosion seiner Macht zusehen.
Die US setzen definitiv Guadios Leben darauf, dass so etwas passiert. Dann können sie unter "moralischem" Vorwand einmarschieren. Man bemerke wohl, dass in den US oder anderswo ein Pseudopräsident der zur Meuterei aufruft sicherlich gerichtlich bis hin zum Tode verurteilt werden könnte. Alles Kalkül der US.
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