Beratungen in Norwegen Regierung und Opposition Venezuelas loten offenbar Verhandlungspositionen aus

Vertreter der Regierung und der Opposition aus Venezuela sind offenbar zu Verhandlungen nach Norwegen gereist. In Caracas tagt das Parlament nach einer eintägigen Blockade wieder.

Unterstützung für Maduro - auf dem Bild einer Demonstrantin steht: "Ich liebe dich, Nicolás"
Jhonn Zerpa/Prensa Miraflores/DPA

Unterstützung für Maduro - auf dem Bild einer Demonstrantin steht: "Ich liebe dich, Nicolás"


Sowohl Vertreter der venezolanischen Regierung als auch der venezolanischen Opposition haben möglicherweise das Land verlassen. Laut Insidern seien sie nach Norwegen gereist, berichtet unter anderem die Nachrichtenagentur Reuters. Womöglich wollen sie dort über das weitere Vorgehen in dem südamerikanischen Land beraten. Gespräche hätten aber bislang nicht stattgefunden. Das habe ein Oppositionsvertreter gesagt, schrieb die Nachrichtenagentur.

Die Parteien wollten sich jeweils alleine mit norwegischen Diplomaten treffen. Informationsminister Jorge Rodríguez gehöre zu der Delegation. Präsident Nicolás Maduro sagte bei einer im Fernsehen übertragenen Rede, Rodríguez befinde sich für eine wichtige Aufgabe im Ausland. Norwegen hatte sich im März als Mediator angeboten. Eine Stellungnahme war vom norwegischen Außenministerium zunächst nicht zu erhalten.

Das Parlament tagt wieder

In Caracas ist nach einer eintägigen Blockade das von der Opposition dominierte Parlament in Venezuela wieder zu einer Sitzung zusammengekommen. "Wir tagen wieder", sagte der selbst ernannte Übergangspräsident Juan Guaidó, der auch Parlamentspräsident ist. Um aus der Krise herauszukommen, müssten die Menschen in Venezuela "kämpfen und weitermachen", sagte Guaidó. "Und hier ist Ihr Parlament, um Sie zu begleiten und Sie aus der dieser Krise herauszuholen", fügte der Oppositionsführer hinzu.

In Venezuela tobt seit Monaten ein Machtkampf zwischen Maduro und Guaidó. Guaidó wird von mehr als 50 Staaten, darunter auch Deutschland, als Übergangspräsident anerkannt. Maduro kann bislang auf die Unterstützung großer Teile der Armee sowie Kubas und Russlands zählen.

Am Dienstag hatten Sicherheitskräfte das Parlamentsgebäude in der Hauptstadt Caracas abgeriegelt. Abgeordnete der Opposition wurden nach eigenen Angaben von der Nationalgarde und vom Inlandsgeheimdienstes Sebin am Betreten des Gebäudes gehindert. Guaidó warf der Regierung vor, die Nationalversammlung "mit Gewalt knebeln" zu wollen.

höh/Reuters/AP/AFP

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