Proteste in Venezuela Zusammenstöße zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften

Seit Wochen beklagen viele Menschen in Venezuela Stromausfälle. Auch wegen solcher Missstände im Land sind viele Menschen nun erneut auf die Straße gegangen - und mit Sicherheitskräften aneinandergeraten.
Anhänger von Juan Guaidó

Anhänger von Juan Guaidó

Foto: Natacha Pisarenko/ AP

Bei Protesten gegen die neuerlichen Stromausfälle in Venezuela ist es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen gekommen. Polizisten trieben die Demonstranten in Caracas mit Tränengas auseinander. Auch in anderen Landesteilen fanden Kundgebungen statt. Regierung und Opposition riefen ihre Anhänger zu weiteren Massenprotesten in der kommenden Woche auf.

Venezuela steckt in einer tiefen politischen und wirtschaftlichen Krise mit akuten Versorgungsengpässen. Obwohl das südamerikanische Land über die weltgrößten Erdölvorkommen verfügt, kam es in den vergangenen Wochen immer wieder zu massiven Stromausfällen. Am Freitag gab es in Caracas und 20 der insgesamt 23 Bundesstaaten keinen Strom, in vielen Regionen dauerte der Missstand am Samstag an.

Auch wegen der Stromausfälle hat der Oppositionschef und selbsternannte Übergangspräsident Juan Guaidó seine Anhänger zu Demonstrationen aufgerufen. Der linksnationalistische Staatschef Nicolás Maduro führt die Stromausfälle dagegen auf "Sabotage" der Opposition und der USA zurück.

"Wir bleiben auf der Straße und kämpfen weiter"

"Unsere Lichter gehen ständig aus, wir haben keine Internetverbindung, die Wasserversorgung war seit mehr als einem Jahr schrecklich, und mit den Stromausfällen ist das alles noch viel schlimmer geworden", sagte ein Demonstrantin in Caracas.

Der Oppositionschef und selbsternannte Übergangspräsident Juan Guaidó mit Anhängern

Der Oppositionschef und selbsternannte Übergangspräsident Juan Guaidó mit Anhängern

Foto: Boris Vergara/ AP

"Ich weigere mich, Venezuela zu verlassen, weil ich sicher bin, dass es hier so vieles gibt, für das es sich zu kämpfen lohnt", sagte eine andere Demonstrantin. "Wir bleiben auf der Straße und kämpfen weiter."

Guaidó rief zu neuen Massenprotesten gegen die Regierung am kommenden Samstag auf. Auch Maduro appellierte an seine Unterstützer, auf die Straße zu gehen und "Nein zum terroristischen US-Imperialismus zu sagen". Die "colectivos" - teilweise bewaffnete Gruppen von Maduro-Unterstützern - sollten gegenüber gewaltsamen Protesten "null Toleranz" zeigen.

Die USA haben Guaidó ebenso wie Deutschland und rund 50 weitere Länder als Übergangspräsidenten anerkannt. Russland zählt dagegen zu den wichtigsten Unterstützern von Maduro.

bam/AFP
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